Heilkräfte der Petersilie


Das Einsatzgebiet der Petersilie in der Heilkunde ist ähnlich breit gefächert, wie als Gewürz in der Küche.

Biochemische Bestandteile

Die Früchte enthalten ätherisches Öl mit 60% giftigem Apiol (Kampferart), Cumarine, Myristicin, Flavonglykosid Apiin. Dazu cirka 20% fettes Öl mit Petroselinsäure und Allyltetramethoxybenzo.

Die Blätter enthalten 7% ätherische Öle,  dabei Apigenin, auch etwas Apiol und dazu 20% pflanzliche Öle, Glykosid Apiin, Cumarine, Myristicin, Allyltetramethoxybenzol.

Enthalten sind auch Mineralstoffe (Eisen, Kalium, Kalzium, Mangan, Phosphor), Vitamine A,B, viel Vitamin C, E, sowie Karotin, Schleimstoffe und Nitrat.

Weitere Bestandteile sind Melatonin, Phtalide, Kieselsäure, Apigenin. Der Myristicingehalt der krausen Blattpetersilie ist besonders hoch. Die glatte Sorte enthält Myristicin und Apiol zu etwa gleichen Anteilen.1

Die Heilwirkung der Petersilie

Über die biochemische Zusammensetzung der Petersilie, gab es im Altertum und im Mittelalter sicherlich keine Kenntnisse. Jedoch wurde die heilende Kraft der Pflanze für vielfältige Leiden genutzt.

Theodorus2 beschreibt in seinem Kräuterbuch von 1625 ausführlich die damals bekannten Heilanwendungen, eine bessere Übersicht lässt sich heute kaum finden, daher finden sich hier einige Rezepte und Anwendungen aus diesem Buch.

PETERSILIE - WIRKUNG AUF MAGEN, DARM, BLASE UND NIERE

Das Peterlein kann bei Blasen- Nieren- und Leberleiden, gegen Wassersucht eingesetzt werden und wirkt krampflösend auf den Magen.

"Es erwärmt und stärkt die Leber, die Nieren und Blasen.
Er kocht den kalten, zähen Schleim. …Er vertreibt die Wassersucht, treibt den Harn und reinigt die Nieren, den Harngang und die Blase. Er stärkt den Bauch und alle Eingeweide, roh und gekocht gegessen. Darum sollte man ihn mit Fleisch, Fisch, Suppen und in anderen Speisen kochen. …"

PETERSILIE - WIRKUNG AUF DEN UTERUS

Petersilie hat eine den Uterus anregende Wirkung.

"Auch dient er den Frauen, die ihres natürlichen Monatsblutens beraubt sind, oder an Störungen desselben leiden, oder unfruchtbar sind."2

Andere Quellen berichten, dass die Petersiliensamen für Abtreibungen genutzt wurden. Schwangeren wurde vom dem Petersiliengenuss abgeraten, wegen der Wehen anregenden Wirkung.

PETERSILIE - REINIGEND UND DESINFIZIEREND

Petersilie wirkt reinigend und desinfizierend.

Die Petersilie hilft bei allen Fiebern, die in Kälte oder Verstopfung ihren Ursprung haben.

Der Peterlein wirkt entgiftend und desinfizierend, darum sollte besonders auf jeden Fall in vergifteter Luft gekocht werden, besonders in kalter Zeit und im Winter.2

PETERSILIE ALS APHRODISIAKUM

Ein Rezept um sich die potenzsteigernde Wirkung, und vielleicht auch, im Syphilis zu kurieren:

"Den Peterleinsamen pulvern und mit einem Quint Essig vermischt, ist gut gegen das Lendenweh.", oder auch

"drei Lot frischen Petersiliensaft mit sechs Lot weissem Wein mischen und warm Trinken ist eine gewisse Hilfe gegen das Lendenweh."2

PETERSILIE - HEILREZEPTE:

Gegen Knoblauchgeruch:

"Gegen den stickenden Atem von Knoblauch, iss ein rohe Peterleinwurzel und und trinke einen Löffel voll guten Weinessig darauf."2

Gegen die Folgen übermäßigen Alkoholgenusses:

"Petersilie und Basilikum miteinander in Wasser gekocht, die Brühe durchsieben und trinken. Dieses stillt das Erbrechen, und vertreibt den Widerwillen und die Übelkeit."2

Gegen Sommersprossen:

Einige Stängel mit 125 ml kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. Dann zweimal täglich als Gesichtswasser verwenden.3

Kreislaufanregend:

Der Herzwein der Hildegard von Bingen wirkt kreislaufanregend.4


Quellen

  • Petersilie [Online]. Zur Quelle.
  • Theodorus, Jacobus: Kräuterbuch "Tabernaemontanus" Anno 1625 [Online]. ZurQuelle .
  • Petersilie [Online]. Zur Quelle.
  • Petersilie  (Petroselinum crispum) [Online]. Zur Quelle.