Schnittlauch

Schnittlauch (lateinischer Name Allium schoenoprasum) gehört zur Familie der Zwiebel- und Lauchgewächse (Alliaceae), die auch Porree, Schalotten und Knoblauch beinhalten. Nach der Petersilie ist er hierzulande wohl das beliebteste Küchenkraut.

Im Volksmund nennt man den Schnittlauch auch Beestlauch, Binsenlauch, Brislauch, Graslauch, Jakobszwiebel, Prieslauch, Schnittling, Schnittzwiebel, oder Spaltlauch.

Schnittlauch

Geschichte und Herkunft

Der Schnittlauch stammt aus Asien und Europa, wo man seinen Ursprung in Italien vermutet. Hierzulande wird er seit Jahrhunderten kultiviert, wächst aber auch wild an feuchten Standorten. Die wilden Sorten unterscheiden sich dabei kaum von den Kulturpflanzen.

Schnittlauch war schon im Altertum bekannt. Man sammelte das Kraut auf den Wiesen und Feldern ein und benutzte es als Arznei und Würzkraut. Nach einer Sage aß der Kaiser Nero (37 – 68 n. Chr.) Schnittlauch mit viel Öl, um eine schöne Stimme zu bekommen und ein großer Sänger zu werden. In Deutschland trieb vor allem Karl der Große den Anbau von Schnittlauch voran. Auch  in den Schriften des frühen und späten Mittelalters ist der Schnittlauch beschrieben. Kräuterhexen wendeten das Kraut zur Gespenstervertreibung, gegen Verstopfung und Magenbeschwerden an.

Aussehen und Geschmack

Die mehrjährige, sehr ausdauernde Pflanze wähst krautig und sehr buschig und wird etwa 30cm hoch. Schnittlauch zeichnet sich durch seine feinen dunkelgrünen Röhrenblätter aus, die meist schon Kinder identifizieren können. Die schlanke Blütentriebe sind kugelig mit violett-rosafarbenen Dolden. Die kleinen Samen des Schnittlauchs sind schwarz und dreieckig.

Die Blätter schmecken dank ihres Gehalts an schwefelhaltigen Aminosäuren und ätherischen Ölen etwas scharf, würzig, leicht frisch und ähnlich dem verwandten Knoblauch und der Zwiebel.

Inhaltsstoffe

Schnittlauch ist vor allem wegen seines hohen Gehalts an Eisen und Vitamin C ein sehr wertvolles Würzkraut. Er ist außerdem reich an den Mineralstoffen Kalzium, Natrium, Kalium und Phosphor und enthält die Vitamine A und B.

Anbau und Ernte

Im Topf oder Balkonkasten lässt sich der Schnittlauch wunderbar ziehen. Am besten gedeiht er auf fruchtbarem, sandigem und durchlässigem Boden bei gemäßigtem Klima. Die Pflanze sollte idealerweise an einem sonnigen Standort wachsen.

Schnittlauch wird selten ausgesät. Stattdessen werden die alten Wurzelballen im März oder Oktober geteilt und die Teile dann mit etwa 15cm Abstand wieder eingepflanzt. Die Blätter sollten regelmäßig, etwas einmal im Monat, geschnitten werden.

Geerntet werden kann vom Frühling bis zum Frost je nach Bedarf, indem man die Röhrchen etwa 2cm über dem Boden abschneidet (so können die neuen Blätter am besten nachwachsen). Stellt man die Pflanze beizeiten im Winter nach drinnen, kann sogar das ganze Jahr über geerntet werden. Zu viel und zu oft sollte die Pflanze dabei allerdings nicht beschnitten werden, damit sie am Leben bleibt.

Schnittlauch vertreibt durch seinen scharfen Geruch übrigens viele Schädlinge und ist deshalb im Garten in Mischkultur mit anderen Pflanzen sehr beliebt.

Schnittlauch in der Küche

Schnittlauch wird frisch verwendet und kann am besten mit der Küchenschere geschnitten werden. Man würzt mit den rohen Blättern grüne Salate, Wurstsalate, Gemüsesalate wie Spinatsalat, Gurkensalate und Kartoffelsalate, Rohkostplatten, Gemüse wie Karotten, Erbsen, Blumenkohl und Pilzgerichte, KräuterquarkKräuterbutter und Mayonnaise. In warmen Gerichten passt Schnittlauch zu Omeletten und Rührei, Suppen wie Bohnensuppe, Tomatensuppe, Kartoffelsuppe oder Bouillon, zu Ragouts, Räucheraal, gekochtem Seefisch und anderen Fleisch- und Fischgerichten sowie zu deftigen Eintöpfen wie Kürbiseintopf. Das Kraut gehört in verschiedene Saucen wie Frankfurter Grüne Sauce, würzt helle Tomatensauce, Kräutersaucen, Salatsaucen.

Achtung: Schnittlauch darf nicht mitkochen! Ebenfalls sollte man feine Gemüse nicht mit ihm würzen, da sein Geschmack das Aroma des Gemüses übertönt.

Auch Essige und Öle lassen sich gut mit Schnittlauch in der Kombination mit anderen Kräutern würzen. Probieren Sie zum Beispiel ein Schnittlauchöl aus gutem kalt gepresstem Olivenöl, in dem Sie Schnittlauch und Petersilie einige Tage ziehen lassen.

Einkauf und Lagerung

Schnittlauch schmeckt am besten frisch geerntet, lässt sich jedoch zwei oder drei Tage kühl lagern. Am besten halten sich die abgeschnittenen Halme, wenn sie in ein Glas mit Wasser gestellt werden. Um Schnittlauch länger zu konservieren, kann er gut eingefroren werden. Hierbei bietet sich an, die Blätter kleinzuschneiden und dann portionsweise (idealerweise zusammen mit etwas Wasser in Eiswürfelformen) einzufrieren, da die aufgetauten Halme leicht matschig werden und sich dabei schwer schneiden lassen.

Trocknung empfiehlt sich nicht, da das Aroma hierbei zu einem großen Teil zerstört wird und das Kraut wie Heu schmeckt. Eine Ausnahme stellen hierbei die im Handel erhältlichen gefriergetrockneten Kräuter dar.

Tipp: es bietet sich an, den Schnittlauch nicht nur einzeln, sondern auch gleich je nach Weiterverwendung in der Kombination mit anderen Kräutern (wie zum Beispiel als Salatkräutermischung) einzufrieren. Zur Verwendung können die Kräutereiswürfel einfach unaufgetaut an Saucen und Suppen gegeben werden (hierbei muss allerdings darauf geachtet werden, dass sie nicht zu lange mitkochen dürfen). Für Salate und Quark werden die Kräuter in einem kleinen Sieb aufgetaut, sodass das Wasser gleich ablaufen kann und die Speisen nicht verwässert.

Schnittlauch in der Heilkunde

In der modernen Naturheilkunde wird dem Schnittlauch meist keine sehr große Bedeutung beigemessen. Er senkt den Blutdruck und den Cholesterinspiegel, hilft gegen Blutarmut und regt den Appetit an. Diese Eigenschaften treffen jedoch auch auf seine Verwandten, die anderen Zwiebelgewächse wie Bärlauch, Knoblauch und Zwiebel zu. Außerdem sagt man dem Kraut eine Heilwirkung bei Blähungen, Darmentzündungen, Frühjahrsmüdigkeit, Gicht, Husten, Magenentzündung nach. Er soll blutreinigend, harntreibend, schleimlösend und entzündungshemmend wirken und verstärkt die Produktion der Magensäure.

Als Heilkraut wird Schnittlauch am besten in der Küche verwendet, denn frisch entfaltet das Kraut seine größte Heilwirkung.

Schnittlauch


Quellen und Weiterführendes

  • Buss, Katharina; Der Nutzgarten im Blumentopf. Düsseldorf: ECON Taschenbuch Verlag GmbH, 1985.
  • Döring, Ilse: Kräutergarten und Gewürzküche. Otto Maier Verlag Ravensburg, 1982.
  • Fritzsche, Helga: Küchenkräuter selbst gezogen am Fenster, auf dem Balkon und im Garten. München: Gräfe und Unzer, 1984.
  • Gööck, Roland: Gewürze und Kräuter von A-Z. Frankfurt am Main: Fischer, 1974.
  • Renaud, Victor: Gemüse und Kräuter von A bis Z. Stuttgart: Ulmer, 2007.
  • Schunka, Antje: Raffiniert würzen leicht gemacht : die köstlichsten Kräuter und Gewürze. München: Gräfe und Unzer.
  • Thauer, Brunhilde: Kräutergarten auf der Fensterbank. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1983.

Weiterführende Links


Redaktion: Ilga Becker
Datum: 10.04.2010