Damastmesser

Damastmesser werden sehr aufwendig aus dem bekannten Damaszener Stahl angefertigt, der sich vornehmlich durch seine bleibende Schärfe, Zähigkeit und Härte auszeichnet, welche er einem besonderen und uralten Verfahren zu verdanken hat. Darüber hinaus werden ihm beinahe legendäre Eigenschaften angedichtet, die sich zwar wundervoll anhören, aber leider nicht immer auf die Realität zu übertragen sind. Sollten Sie sich aber dennoch für hochwertige Damastmesser entscheiden, dürfen Sie sich sicher sein, Küchenmesser von hoher Qualität erstanden zu haben.

Herstellung des Damaszener Stahls

Damit die beeindruckenden Damastmesser überhaupt hergestellt werden können, ist es notwendig einen Schweißverbundstahl aus mindestens zwei Stahlsorten zur Verfügung zu haben. Dann und nur dann ist auch die Bezeichnung 'Damaszener Stahl' zulässig. Die verschiedenen Stahlsorten unterscheiden sich dabei unter anderem durch ihren Kohlenstoffgehalt und werden während des Fertigungsprozesses in Lamellen oder Strangformen im Feuer miteinander verschweißt. Durch ein wiederholtes Verdoppeln der Stahllagen und erneutes Schweißen wird die Anzahl der Lagen so nicht nur vervielfacht, sondern in speziellen Fällen durchaus auch bis auf eine millionenfache Menge erhöht. Traditionell betrachtet soll dieses Verfahren des Schweißverbundes dazu dienen, die Vorteile verschiedener Stähle miteinander zu vereinen, um auf diese Weise einen Werkstoff zu erschaffen, der im Ganzen sowohl flexibler, als auch schnitthaltiger ist.

Neben der Sorte des gefalteten Damaszener Stahls gibt es noch eine zweite Art, den sogenannten Wootz. Dieser unterscheidet sich hauptsächlich aufgrund des Herstellungsprozesses vom Schweißstahl, da er nicht durch einen Verbund andersartiger Stähle durch Faltung entsteht, sondern im Tiegel. Hier schmilzt das benötigte Erz und kühlt anschließend langsam ab, während es im Verlauf der Herstellung mit anderen 'Zusatzstoffen' versetzt wird. Ist der Stahl nun kalt genug, kann er durch Schmieden weiter verarbeitet werden, wobei besonders darauf geachtet wird, dass die Temperatur sowohl beim Schmelzen, als auch beim Erhitzen und Schmieden niemals über 800°C steigt. Je niedriger hier die Temperaturen gehalten werden, desto besser prägt sich nämlich beim Wootz das wunderschöne Damastmuster aus, für welches der Damaszener Stahl berühmt ist.

Herkunft des Damast

Der Name 'Damast' geht auf die syrische Hauptstadt Damaskus zurück und bezeugt die Ursprünge des legendären Stahls im Orient. Die Technik dieser Herstellung ist dabei nicht nur bereits seit mehr als 2500 Jahren bekannt, sondern stellte gleichzeitig auch eine wahre Hochtechnologie dar, mit welcher Schmiede der Antike und des Mittelalters äußerst ökonomisch flexible Klingen schaffen konnten, deren Schneiden sehr lange scharf blieben. Darüber hinaus steht die Damaszenerstahl-Fertigung seit antiken Zeiten mit der Herstellung hochwertiger Waffen in Verbindung, woraus wohl auch die vielen überlieferten Mythen und Heldenlieder hervor gegangen sind. Hier erfuhren die Klingen und Schwerter aus Damast nicht nur höchste Anpreisung, sondern ihnen wurden gleichermaßen  magische Eigenschaften zugesprochen, denen sie genau betrachtet natürlich nicht gerecht werden konnten.

Verbreitung in verschiedenen Kulturbereichen

Die Ausbreitung und Entwicklung des Damaszener Stahls in Europa entstand nach einer von vielen Theorien aus einem Versuch heraus, die orientalische Kunst zu kopieren und sich nutzbar zu machen. Da es aber bereits im 5. bis 1. Jahrhundert v.Chr., in der sogenannten La-Tène-Zeit, Funde damaszierter Klingen innerhalb Europas gab, kann davon ausgegangen werden, dass der Ursprung noch viel früher zu suchen ist.

Neben dem europäischen Raum breitete sich die Fertigung von Damaststahl aber ebenfalls in zahlreichen anderen Kulturbereichen aus, die den wertvollen Werkstoff für ganz unterschiedliche Messer und Waffen verwendeten. In Indonesien und Malaysia beispielsweise kam Damast vor allem in der Herstellung des 'Kris', eines Dolches, zur Anwendung, wobei das Eisen für den Damast in der Mythologie der malaiischen Schmiede direkt von den Göttern gesandt war.

Auch in Japan wurde und wird für die kunstvolle Herstellung von Schwertern und Klingen Damaszener Stahl verwendet. Allerdings unterscheidet sich die japanische Klinge dabei durchaus von den Klingen der restlichen Welt, zumindest in den Bereichen der Fertigung und Härtung. Zum einen produziert ein japanischer Schmied nämlich eine wesentlich höhere Anzahl an Stahllagen, härtet die Klinge auf ganz andersartige Weise und auch die differenzierte Technik des Schleifens und Polierens verhilft hier zu einem unverwechselbaren Charakter.

Damaszener Stahl heute

In der heutigen Zeit gewinnt Damaszener Stahl mehr und mehr an Bedeutung und Beliebtheit, vor allem natürlich in der Herstellung hochwertiger Küchenmesser. Gerade in den letzten 40 Jahren, ungefähr ab Anfang der 70er Jahre, kam das Sammeln von Messern stetig in Mode, womit selbstverständlich auch die Qualitätsansprüche an jene Messer stiegen und so die Damaststahlschmiede auf den Plan riefen. Es lässt sich also durchaus von einer Art Wiedergeburt des Damaszener Stahls sprechen.

Die daraus aufwendig angefertigten Küchenmesser sind auf den ersten Blick anhand der typischen Musterung erkennbar, welche aus der Faltung des Stahls resultiert und oftmals auch auf geschliffenen Metalloberflächen durch den Ätzprozess des Damaszierens gefälscht wird. Neben den optischen Charakteristika bestechen die Messer aber natürlich hauptsächlich durch ihre aus hartem Kohlenstoffstahl und zähem Eisen gefertigten Klingen, welche die unglaubliche Schärfe und bleibende Härte bedingen und die Damastmesser auf diese Weise zu einer einzigartigen Bereicherung einer jeden Küche machen.