Böker

Beginnend mit einer kleinen Handwerkzeugfabrik der Familie Böker in Remscheid im 17. Jahrhundert, stieg das Unternehmen innerhalb von nur 100 Jahren zu einem der bedeutendsten Fertiger von Messern und Werkzeugen auf, die es in Deutschland gab. Die steigende Nachfrage führte hier sehr schnell zu einer Ausweitung des Sortiments und beinhaltete bald eine Produktionsmenge von allein 2000 Säbeln pro Woche, welche in 64 Schmieden, von 47 Schleifern sowie von zahlreichen ungelernten Kräften gefertigt wurden.

Da sich die Vielfalt an Werkzeugen und Schneidwaren einem ständigen Wandel gegenüber sah und auch der weltweite Handel große Chancen mit sich brachte, dauerte es nicht lange, bis Hermann Böker nach New York auswanderte, dort die Tochterfirma H. Boker & Co. errichtete, während der junge Robert Böker sein Unternehmen in Kanada aufbaute und eine weitere Filiale in Mexiko gründete. Diese gilt dort unter dem Namen Casa Boker heute noch als Marktführer in Sachen Schneidwaren.

In Solingen kam es schließlich 1869 zur Gründung von Heinr. Böker & Co., welche durch einen Cousin der Familie, Heinrich Böker, ins Leben gerufen wurde. Dieser überquerte lediglich die Wupper und fand sich so im Herzen der deutschen Schneidwarenindustrie wieder, die nicht nur mit riesigen Schritten wuchs, sondern gleichzeitig ein großes Potential barg.

Auf dem US-amerikanischen Markt für Werkzeuge und Messer wurde unterdessen bereits 1900 der größte Teil der Böker-Produktion abgenommen, wobei sich H. Boker & Co. in New York dabei ganz besonders auf die Schneidwaren aus Solingen spezialisiert hatte, die hier nun ihren reißenden Absatz fanden. Mit Einwilligung der deutschen Böker-Verwandtschaft wurde daneben zusätzlich das bekannte Baumzeichen auch für die amerikanischen Produktlinien eingeführt, so dass es seither unter einem Markenzeichen und manchmal auch unter nur einer Artikelnummer zwei verschiedene Böker-Linien auf dem amerikanischen Markt gab: Boker USA und H. Boker Improved Cutlery Solingen.

Anfang der 60er Jahre erfuhr das Unternehmen Boker USA eine Reihe an Verkäufen und Übernahmen , die unter anderem durch den bekannten Scherenhersteller Wiss & Sons und später, Anfang der 70er, durch den multinationalen Konzern Cooper Industries unternommen wurden  und sich dementsprechend auch auf das angebotenen Sortiment auswirkten. So verschwanden beispielsweise mit den Wiss-Produkten die Böker-Scheren als Konkurrenz zur eigenen Linie vom amerikanischen Markt.

Die enge geschäftliche, aber auch persönliche Beziehung zum Industriegiganten Cooper Industries erlaubte es jedoch später, dem eigenen Namen Böker wieder eine gewisse Marktkraft zu verleihen und auch die Produktion in Solingen gewann auf diese Weise ihre Vorteile, da aufgrund der regen Geschäftstätigkeiten miteinander eine Rationalisierung der Produktion sowie die Entwicklung neuer Produkte gefördert wurden. Nachdem Cooper im Jahre1983 schließlich die eigene Messerfertigung aufgab und 3 Jahre danach das während des 2. WK nach amerikanischem Gesetz beschlagnahmte eingetragene Baumzeichen in Verhandlungen zurück übertragen lassen konnte, eröffnete sich der Produktion in Solingen der Weg, selbständig auf dem amerikanischen Markt tätig zu werden. Es entstand Boker USA, Inc. in Denver, Colorado im Juli 1986.

Böker heute

Neben der Erschließung der südamerikanischen Märkte Argentinien, Chile und Mexiko ist Böker heute ein weltweiter Innovationsführer für besonders hochwertige Sport- und Sammlermesser. Das Böker-Messer reicht in seiner Vielfalt dabei von handgeschmiedeten 600-Lagen-Damastmesser bis hin zur edlen und hochwertigen Keramik- oder Titanklinge.

Zu dem ausgedehnten Sortiment des Unternehmens zählen darüber hinaus Taschenmesser, Fahrtenmesser, Kochmesser, Messerblöcke, Rasiermesser, Schwerter und Wurfmesser sowie eine ausgiebige Vielzahl an verschiedenen Accessoires, wie beispielsweise Messerschärfer, Taschenlampen oder auch Thermosflaschen und Rucksäcke.


Quellen und Weiterführendes

  • www.boker.de: Homepage der Firma Böker - Zur Quelle