Fiskars

Die Eisenwerke in Fiskars wurden bereits im Jahre 1649 in der finnländischen Pohja-Region gegründet, deren weitreichende bewaldete Gebiete aufgrund ihrer Möglichkeiten zur Wassernutzung sowie der sehr günstigen Wasserwege ein ideales Zentrum für die finnische Metallindustrie darstellten. Das bei Fiskars verwendete Eisenerz , welches zum größten Teil aus der Utö-Mine auf der äußeren Insel von Stockholm stammte, wurde dabei hauptsächlich zu Stabeisen verarbeitet und nach Schweden transportiert. In Fiskars selbst kam das Eisen dagegen auch der Herstellung von Nägeln, Gewinden, Messern, Hacken, Eisenrädern und anderen Produkten zu Gute.

Mit der Übernahme der Fiskars Werke durch die Björkmann-Familie im Jahre 1783 verlagerte sich der Produktionsschwerpunkt nun auf die Verarbeitung von Kupfererz aus der nahegelegenen Orijärvi-Kupfermine - ein Unterfangen, welches jedoch bereits im 19. Jahrhundert wieder aufgegeben werden musste, da die Kupfervorräte zur Neige gingen und der Hochofen daraufhin 1802 geschlossen wurde.

Zwei Dekaden später, im Jahr 1822,  erwarb der Apotheker Johan Jacob Julin aus Turku nicht nur die Eisenwerke Fiskars, sondern das gleichnamige Dorf noch dazu. Von diesem Zeitpunkt ausgehend, fand hier ein aktives Ausbauen der Werke statt und die Produktion konzentrierte sich vollends auf die Verarbeitung von Eisen. Mit der Gründung der ersten Essbesteckfabrik 1832 wurde die Produktpalette dann, neben der Fertigung von Messern, zusätzlich um die Herstellung von Gabeln und Scheren erweitert, bis es schließlich 1837 im Dorf zur Eröffnung eines eigenen Maschinenwerkes kam.

Die vielen Vorteile, die die Fiskars Werke sowie deren Eigentümer für das 'Eisenwerkdorf' mit sich brachten, lagen dabei neben zahlreichen Arbeitsplätzen vor allem im sozialen Bereich. So wurden in Fiskars nicht nur eine Schule und ein Krankenhaus errichtet, sondern gleichzeitig zahlreiche soziale Maßnahmen für die Mitarbeiter durchgesetzt. Darüber hinaus gewann Fiskars, unter anderem aufgrund der hohen Frequenz an produzierten Pflügen, einen bedeutenden Einfluss auf die finnische Landwirtschaft und wurde wegen seiner vielzähligen Neuerungen im landwirtschaftlichen Bereich sowie im Bereich der Haushaltswaren bald zu einem Markenzeichen für hochwertige Qualität.

Nachdem Fiskars 1883 zu einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung wurde, kam es bis 1918 zu einer gesteigerten Produktivität, begründet in der Entwicklung verbesserter Methoden der Stahlverarbeitung sowie durch die Erneuerung des Walzwerkes in Åminnefors. Das Unternehmen gründete im gleichen Jahr Finnlands erste Metallfederfabrik und erwarb zusätzlich die Inha-Werke in Ähtäri sowie die Unternehmen Billnäs Bruks Ab und Oy Ferraria Ab. 

Trotz Börsencrash und Rezession, die in Finnland noch bis in die späten 30er Jahre deutlich zu spüren waren, gelang es Fiskars schließlich, die firmeninternen Pläne zur Reform der Firmenstruktur umsetzen und dadurch erstmalig eine Massenproduktion möglich zu machen. Als besonderes Resultat ging daraus 1967 die legendäre Schere von Fiskars hervor, die mit ihren orangen Kunststoff-Griffen die Welt eroberte und das farbliche Markenzeichen des Unternehmens wurde. Die Tatsache, dass die Basismodelle zunächst eigentlich in den Farben Schwarz, Rot oder Grün produziert werden sollten, ist dabei wohl besonders interessant, denn nur aufgrund des ökonomischen Handelns des zuständigen Maschinisten, welcher noch Überreste oranger Farbe in seiner Maschine aufbrauchen wollte, wurde der Prototyp letztendlich in vier Farben gefertigt, von denen Orange und Schwarz bald die beliebtesten Vertreter waren. Der nun stattfindenden internen Abstimmung, deren Ergebnis die Produktion einer ausschließlich orangen Scherenvariation war, folgte schließlich die Registrierung der Farbe Fiskars Orange® als offizielles Markenzeichen in Finnland im Jahre 2003. Vier Jahre später erfolgte die Registrierung dann ebenfalls in den USA.

Was nun begann, war eine Expansion der Unternehmung Fiskars, beginnen d mit der Eröffnung einer ersten Scherenfabrik in den Vereinigten Staaten von Amerika, was sich sehr schnell als äußerst erfolgreiche Strategie erweisen sollte. Die Basis für internationale Geschäfte, eine aufstrebenden Markt sowie für wertvolle und professionelle Erfahrungen war damit geschaffen.

Fiskars heute

Das Unternehmen Fiskars besitzt heute ein breites Spektrum an verschiedensten Produkten und Artikeln, das stetig weiter wächst und von Innovationen lebt. Im Zentrum der Bemühungen stehen dabei vor allem die Interessen der Verbraucher. Neben der Konzentration auf Konsumgüter ist Fiskars jedoch auch sehr darauf bedacht, von starken Marken zu lernen und in gleichem Maße die eigenen Fähigkeiten durch Akquisitionen zu steigern. So erlaubte der Erwerb ganz unterschiedlicher Firmen ein Ausbauen der eigenen Produktlinien in ganz verschiedenen Bereichen, was Fiskars bis heute die Kernmarken Fiskars®, Iittala®, Gerber®, Silva®  und Buster® eingebracht hat, welche in sich Produkte für Haus, Garten und Freizeit vereinen.


Quellen und Weiterführendes

  • www.fiskars.de: Homepage der Firma Fiskars - Zur Quelle