Solingen Messer

Messer aus Solingen gelten unter passionierten Köchen und begeisterten Hobby-Köchen seit jeher als Qualitätsprodukte höchster Güte, denn die unter größter Sorgfalt produzierten und verarbeiteten Schneidwerkzeuge erlauben nicht nur eine äußerst präzise Arbeit, sondern können zudem eine wahrlich lange Tradition vorweisen.

Da die nordrhein-westfälische Stadt Solingen bereits im Mittelalter als Zentrum der deutschen Klingen-, Messer- und Schneidwarenindustrie bekannt war und bis heute über einen hoch angesehenen Ruf im Bereich der Markenqualität verfügt, stellt sie somit gleichermaßen einen Garanten für langanhaltende Freude in der Küche dar. Doch wie kam es eigentlich zu dieser überwältigenden 'Herrschaft' im Marktsegment der Messer innerhalb Deutschlands?

Traditionsstandort Solingen

Mit dem Ende des 14. Jahrhunderts entstand in Solingen ganz unverhofft eine übersteigerte Nachfrage nach Schwertern, Dolchen und anderen Arten von Klingen, so dass sich die ansässigen Schmiede und Fertiger der damaligen Schneidwaren sehr schnell der großen Herausforderung gegenüber sahen, ihrer Kundschaft etwas Besonderes bieten zu müssen, um sie halten zu können. Ein Aspekt, der also an dieser Stelle zum Tragen kam, war zunächst der Abschied vom Handschleifstein und die Zuwendung zur 'Massenproduktion', die mittels neu errichteter Schleifkotten vollzogen werden sollte. Diese neuartigen, mit Wasserkraft betriebenen Schleiffabriken ermöglichten eine wesentlich schnellere und effizientere Arbeitsweise, die den Solingern gewisse Vorteile verschaffte.

Die damit verbundene Arbeitsteilung war solch ein Vorteil, da sie nicht nur zur Spezialisierung führte, sondern auf diesem Wege sogar noch wahre Meister des Schmiedens, des Schleifens und des Härtens hervor brachte, für die Solingen später überaus berühmt wurde. Im weiteren Zeitverlauf schlossen sich nun immer mehr Gleichgesinnte dieser Branchen zusammen und es entstanden die Solinger Zünfte, welche sich als sogenannte Bruderschaften einen Namen machten und sich zum Teil von reinen Handwerkern zu Händlern entwickelten. Auf solch einer Grundlage kommt es natürlich sehr schnell auch zu dem Gedanken, die Qualitätsstandards der eigenen Produkte im Vergleich zu den Erzeugnissen anderer hervorheben zu wollen und so dauerte es nicht lange, bis besagte Händler die von ihnen gelieferten Messer und Klingen mit ihrem ganz eigenen und unverwechselbaren Zeichen versahen. Diese Entwicklung führte letzten Endes soweit, dass im Jahre 1571 ein 'Messermacher-Privilegium' daraus hervor ging, welches für Käufer im Ausland klar deklarierte, dass es sich bei der erworbenen Ware um Messer aus Solingen handelte. Neben dem eigentlichen Produktzeichen, welches in eine Zeichenrolle schutzwürdig eingetragen wurde, war also ab sofort der Zusatz 'Me fecit Solingen' ('Mich schuf Solingen') als eindeutiges Ursprungszeugnis erforderlich.

Nachdem sich die Solinger Schneiderzeugnisse in den folgenden Jahrhunderten einen gewissen Ruf aufgebaut hatten, kam es natürlich immer öfter zu einer missbräuchlichen Verwendung der Herkunftsbezeichnung 'Solingen' durch Produzenten in aller Welt, die so auf gute Geschäfte spekulierten. Hier wurden billigste und äußerst minderwertige Produkte mit dem städtischen Qualitätssiegel markiert und verkauft, was nach zahlreichen fehlgeschlagenen Interventionsversuchen schließlich 1938 in der Veröffentlichung des "Gesetzes zum Schutze des Namens 'Solingen'" gipfelte und dem kriminellen Treiben größtenteils ein Ende bereitete. Gesichert wurden damit jene Solinger Schneidwaren, die in ihrer Verarbeitung und Qualität als 'solingenfähig' erachtet wurden und das Herkunftssiegel der Stadt demnach verdient hatten. Im Jahr 1994 kam es letztmalig zu einer Reform des Gesetzes, wodurch es aufgehoben und durch die 'Solingenverordnung' ersetzt wurde, so dass der Begriff 'Solingen' den weltweit einzigen rechtlich geschützten Städtenamen darstellt.

Bekannte Hersteller

Da Solingen als die deutsche Wiege der Messerfertigung gilt, findet sich hier natürlich auch eine dementsprechende Vielfalt an verschiedensten Firmen, die sich ihren Sitz in der Stadt bewahren und von dort aus ihre umfangreichen Sortimente in alle Welt verkaufen. Unter den mehr als 15 ortsansässigen Herstellern sind solch bekannte Namen wie Böker, Güde, Herbertz, Windmühle und Wüsthof selbstverständlich keine Seltenheit, da auch diese hier in langer Tradition ihre Kunstwerke fertigen lassen und unter dem so erworbenen Gütesiegel 'Solingen' bereits seit geraumer Zeit qualitativ hochwertige Ware vertreiben können. Genauso erkannten viele ausländische Unternehmen schon vor Jahren das einzigartige Potential der Stadt und der damit verbundenen Marke, so dass sich in Solingen ebenfalls zahlreiche Tochterfirmen sowohl japanischer Fertiger wie Kai und Kyocera, als auch die anderer internationaler Betriebe (zum Beispiel Fiskars) entdecken lassen.

Ebenso mannigfaltig wie die Firmenlandschaft sind zweifelsohne die unterschiedlichen Sortimente der jeweiligen Anbieter, die von äußerst scharfen Keramikmessern über Wunderwerke aus Damast bis hin zu japanischen Messern reichen. Auf diese Weise ist es für Freunde der Solingen Messer ganz besonders einfach je nach Leidenschaft an das passende Schneidewerkzeug zu gelangen, ohne dabei Einbußen in der Qualität oder Verarbeitung der Messer in Kauf nehmen zu müssen. Natürlich bedarf es in diesem Zusammenhang einer gewissen Zeit, bevor das komplette Angebot halbwegs überschaubar wird, aber haben Sie sich erst einmal einen Überblick verschafft, fällt nicht nur die Auswahl leichter, sondern Sie dürfen sich am Ende umso mehr über das von Ihnen erstandene Kleinod freuen.