Haselnuss

Haselnuss: Die botanische Bezeichnung der gemeinen Hasel, die auch Haselstrauch oder Haselnussstrauch genannt wird, lautet Corylus avellana. Der Begriff "corylus" stammt aus dem Griechischen und bedeutet Hut oder Helm. "Avellana" bezieht sich auf die antike Stadt Abella (heute Avella). Die Stadt liegt in der Region um den Vesuv und war bereits schon im Altertum für ihren erfolgreichen Haselnussanbau berühmt.

Der Haselnussstrauch liebt warme und feuchte Standorte und gedeiht in Wäldern und an Wegrändern. Er wächst an sonnigen und halbschattigen Plätzen und ist wegen seiner wohlschmeckenden und knackigen Haselnüsse auch als Kulturpflanze sehr beliebt. Haselnüsse wachsen zwar auch in Deutschland, werden allerdings überwiegend in den Mittelmeerländern kommerziell angebaut. Hauptlieferant der köstlichen Nüsse sind die Türkei, Italien und der US- Staat Oregon.

Drei Haselnüsse

Verwendung in der Küche

In der Küche werden Haselnüsse gern verarbeitet. Erhältlich sind sie als geschälte, ganze Nusskerne, gehobelt, gehackt oder gemahlen. Da Haselnüsse stark ölhaltig sind, können sie sehr schnell ranzig und ungenießbar werden. Auch büßen sie innerhalb kurzer Zeit einiges an Aroma ein. Deshalb sind eine optimale Lagerung und eine schnelle Verarbeitung erforderlich. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung sollte beachtet werden.

Am besten ist allerdings, ganze Nüsse zu kaufen und diese, vor dem Backen oder Kochen, selbst zu mahlen oder zu hacken. So bleibt das volle, nussige Aroma erhalten. Das Aroma der Haselnüsse kann durch ein kurzes Anrösten auf dem Backblech noch verstärkt werden (10 Minuten bei 200°C). Auch die braune Haut lässt sich dann leicht lösen.

Mit Haselnüssen lassen sich köstliche Kuchen und Plätzchen backen. Haselnüsse passen zu Fischgerichten und Salaten. Sie verfeinern jedes Dessert und werden gern zu erfrischendem Haselnusseis und zu Brotaufstrichen verarbeitet. Haselnüsse passen zu Pikantem und Süßem.

Einkauf und Lagerung

Ganze Haselnüsse mit Schale sind durchaus ein Jahr haltbar, wenn sie kühl, trocken und luftig gelagert werden. Eine Temperatur von 8 bis 9°C ist optimal. Beim Kauf sollten die Nüsse unbeschädigt sein und es sollte keine Anzeichen auf Schimmelbildung geben. Lose Nüsse sind solchen in verschweißten Kunststoffpackungen vorzuziehen. Ob Haselnüsse in ihren harten Schalen noch frisch sind, lässt sich am "Schütteltest" feststellen. Frische Nüsse füllen die Schale vollständig aus, alte und vertrocknete Nüsse "klappern" beim Schütteln.

Zum Kochen und Backen werden meistens bereits zerkleinerte Haselnüsse gekauft. Hier ist unbedingt auf das Haltbarkeitsdatum zu achten. Doch auch an der Farbe des Fruchtfleisches lässt sich die Frische erkennen. Junge frische Nüsse sind von innen sehr hell, während alte Nüsse bereits eine gelbliche Farbe angenommen haben.

Nährstoffe und diätische Wirkung

Haselnüsse sind sehr gesund, denn sie enthalten ca. 60 % ungesättigte Fettsäuren. Dazu kommen noch 12% hochwertiges Eiweiß, Vitamin A, B1, B2, C und E. Die essbaren Kerne enthalten Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Eisen, Calcium, Kalium und Ballaststoffe und sind mit all ihren Nährstoffen nicht nur äußerst gesund sondern auch sehr kalorienreich. In 100g der köstlichen Haselnüsse stecken ca. 693 Kalorien.

Wissenschaftliche Studien konnten belegen, dass sich ein maßvoller Verzehr dieser Nüsse durchaus positiv auf Herz- und Kreislauferkrankungen auswirkt. Allerdings lösen Haselnüsse sehr häufig Allergien aus. Da sich in Birkenpollen und Haselnüssen ähnliche Stoffe befinden, ist das Auftreten einer Kreuzallergie nicht auszuschließen.

Reifezeit und Ernte

Die ca.16-18 mm lange Haselnuss ist sehr häufig als Paar oder als Dreiergruppe angelegt. Umgeben von grünen, zackigen Blättern ruht die Nuss in ihrem Fruchtbecher. Im Inneren der harten und dicken Schale reift langsam ein kugeliger Nusskern heran, der zu Beginn der Erntezeit, Anfang August, noch eine helle Farbe besitzt, recht weich ist und sehr mild schmeckt.

Ende September ist die Haselnuss voll ausgereift und wird geerntet. Dann hat sich in der braunen, glänzenden Schale direkt über dem Kern ein braunes Häutchen gebildet. Die ausgereifte Haselnuss ist sehr knackig und äußerst aromatisch. Das Ernten ist recht einfach, denn die getrockneten, reifen Haselnüsse fallen einfach zu Boden und brauchen nur aufgelesen zu werden.

Kulturelle Bedeutung der Haselnuss

Der Haselstrauch gehört zu den ältesten Pflanzen Europas und war bereits in vorgeschichtlicher Zeit eine beliebte Sammelfrucht. Um die Haselnuss rankt sich eine Vielzahl an abergläubischen Bräuchen.

Im antiken Rom galt die Haselnuss als Zeichen des Friedens. In anderen Gegenden wurden Braut und Bräutigam an ihrem Hochzeitstag mit Haselnüssen beworfen, damit die Ehe glücklich und kinderreich würde. Sogar Hexen und Schlangen sollten mit einer Haselnussgerte abgewehrt werden.

Die Haselnuss wird auch heute noch als ein Symbol der Fruchtbarkeit und der Unsterblichkeit betrachtet. Sie dient als Glücksbringer und ist ein Sinnbild für Reichtum und Wohlstand.

Haselnuss


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