Paranuss

Paranüsse gehören zu den Steinfrüchten und sind die Samen des wildwachsenden Paranussbaumes. Der Baum trägt den botanischen Namen Bertholletia excelsa und gehört zu den Topffruchtbaumgewächsen (Lecythidaceae). Der Gattungsname Bertholletia wurde zu Ehren des französischen Arztes und Chemikers Claude Louis Berthollet (1748-1822) ausgewählt. Der Paranussbaum ist in den tropischen Regenwäldern Südamerikas beheimatet und kann bis zu 50 Meter hoch und über 300 Jahre alt werden. Er ist die einzige Art der Gattung Bertholletia.

Die Paranüsse wurden nach dem Bundesstaat Pará benannt, der im Amazonasgebiet liegt. Weitere Bezeichnungen sind auch „Amazonasmandel“ und „Amazonaskastanie“. Die Brasilianer nennen sie kurz „Coco“ und die Portugiesen „Castanha-do-pará“. Zwischen zehn und 25 Paranüsse (Samen) liegen fächerartig angeordnet in einer Kapselfrucht, die einen Durchmesser von zehn bis sechzehn Zentimeter erreichen kann. Die ca. fünf Zentimeter lange Paranuss ist dreikantig und mit einer steinharten, rauen, braunen Samenschale umgeben. Unter dieser Schale ruht ein heller Kern mit einer bräunlichen, essbaren Haut. Die Paranuss besitzt ein leicht erdiges, madelartiges Aroma.

Verwendung in der Küche

Vor allem in der Weihnachtszeit finden ungeschälte Paranüsse den Weg in unsere Küchen. Die Nüsse werden mit etwas Kraftaufwand geknackt und dann roh geknabbert. Doch Paranüsse sind auch bereits geschält erhältlich und können entweder geröstet, gesalzen oder naturbelassen gekauft werden. Eine Delikatesse sind Paranüsse, die mit einer zartbitteren Schokoladenglasur überzogen wurden. Sehr schmackhaft sind Paranüsse, die eine karamellisierte Zuckerschicht besitzen.

Die sehr nahrhaften Nüsse können allerdings auch gemahlen, gerieben, gehobelt oder gehackt werden. So werden sie als Mehl gern zu Kuchen und Keksen verarbeitet und gehackt über fruchtige Salate und feine Desserts gestreut. Angeröstete Paranüsse passen sehr gut zu herzhaften Fleischgerichten, werden mit Nudeln kombiniert und harmonieren geschmacklich ausgezeichnet mit den meisten Gemüsesorten.

Einkauf und Lagerung

Die wildwachsenden Paranüsse sind das ganze Jahr über erhältlich und kommen ungeschält, geschält und poliert in den Handel. Bereits geschälte Paranüsse sind meistens in Cellophanbeutel verpackt, auf denen ein Haltbarkeitsdatum steht und oft auch das Erntejahr angegeben ist. Wichtig ist, sehr gute Qualität zu kaufen. Die Nüsse sollten hell und trocken sein. Gelblich verfärbte Nüsse sind bereits zu alt und schmecken muffig und bitter. Angebrochene Packungen sind zügig zu verzehren, da die ölhaltigen Kerne schnell ranzig werden.

Sobald die Kerne feucht werden, besteht die Gefahr der Schimmelpilzbildung. Die Aflatoxine (Pilzgifte) sind krebserregend und können die Leber schädigen.
Werden ungeschälte Paranüsse trocken und kühl gelagert, sind die Kerne auch nach einem Jahr noch genießbar.

Nährstoffe und Gesundheit

Paranüsse sind sehr nahrhaft, denn 100g dieser Kerne versorgen den Organismus mit ca. 2743 Kilojoule (kj). Neben Wasser besitzen Paranüsse Proteine, Ballaststoffe, Zucker und Stärke. Sie sind reich an gesättigten, ungesättigten und mehrfach gesättigten Fettsäuren. Sie beinhalten Mineralstoffe ( z. B. Eisen, Selen, Phosphor, Kalium, Magnesium) und Vitamine (C, B6, B12, E). Die Nährstoffe der Paranuss sollen sich positiv auf die Schilddrüse, die Knochen, das Nervensystem und den Herz- Kreislauf auswirken. Sie sollen den Stoffwechsel anregen, die Blutbildung beeinflussen und auch Haare, Nägel und Haut kräftigen. In sehr seltenen Fällen können die Proteine der Paranuss bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen.

Reife und Ernte

Interessant ist, dass die Verbreitung der wildwachsenden Paranussbäume von einem Nagetier, dem Aguti und von Bienenarten bestimmter Gattungen abhängig ist. Die Agutis vergraben und verschleppen nicht gefressene Reste der Paranüsse und sorgen so für die Vermehrung der Bäume.

Sind die großen Kapselfrüchte reif, öffnen sie sich einen Spalt und fallen nach kurzer Zeit zu Boden. Von dort werden sie aufgesammelt und zu den Sammel- und Verarbeitungsstellen transportiert. Mit einer Machete wird die Kapsel geöffnet und die Samen werden entnommen. Nach einer Trocknungsphase werden die Paranüsse sortiert, verpackt und dem Handel zugeführt.


Quellen und Weiterführendes