Sonnenblumenkerne

Die Sonnenblume, deren wissenschaftlicher Name Helianthus annuus lautet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Korbblütler (Asteraceae). Ihr Name Helianthus ist von dem griechischen Begriff „helios“ (Sonne) und „anthus“ (Blume) abgeleitet worden. Wegen ihrer sonnenähnlichen Blütenkelche wurde der Begriff „Sonne“ ein Teil ihres Namens. So wird sie in Italien „girasole“, in Spanien „girasol“, in England „sunflower“ und in Frankreich „tournesol“ genannt.

Sonnenblumenkerne in einer Schale

Diese prächtige, einjährige Sommerblume kann bis zu drei Meter hoch wachsen. Sie bildet Blütenstände aus, in denen sich die ölhaltigen Sonnenblumenkerne entwickeln. Die Eigenart der Sonnenblume, ihre Blüten und Knospen stets der Sonne zuwenden zu können, wird als Heliotropismus bezeichnet.

Archäologische Funde belegen, dass die Sonnenblume bereits um 2500 v. Chr. in Mexiko und auch in der Mississippi- Region bekannt war. Im Jahre 1552 wurden Samen der Sonnenblume von spanischen Seefahrern aus Amerika mit nach Europa gebracht. Hier war die Sonnenblume zunächst nur als außergewöhnliche Zierpflanze beliebt. Doch im 17.Jahrhundert gewann sie auch als Nahrungsmittel an Bedeutung. Schon damals wurden ihre schmackhaften Sonnenblumenkerne geröstet und zum Backen verwendet. Seit dem 19.Jahrhundert ist sie auch als Ölpflanze sehr geschätzt. Heute werden Sonnenblumen hauptsächlich in Russland, China, Argentinien, in Frankreich, den USA und auch in Europa angebaut.

Verwendung in der Küche

In der Küche werden ausschließlich geschälte Sonnenblumenkerne verarbeitet. Sie sind nicht nur eine sehr gesunde Knabberei für zwischendurch, sondern passen auch wunderbar zu Desserts, Obstsalaten, grünen Salaten und Rohkostgerichten. Die Kerne dürfen in keinem Müsli fehlen und geben jedem Getreide- und Gemüsegericht eine feine, nussige Geschmacksnote. Sonnenblumenkerne entfalten ihr volles Aroma, wenn sie vor dem Verzehr in der Pfanne, ohne Fettzugabe, leicht hellbraun geröstet werden. Die Kerne werden für die Herstellung von Mayonnaise und Margarine verwendet und sie liefern Fette für die Gewinnung des hochwertigen Sonnenblumenöls.

Einkauf und Lagerung

Sonnenblumenkerne sind geschält und ungeschält erhältlich. Bei der Nahrungszubereitung kommen allerdings nur geschälte Kerne zum Einsatz. Diese sind meistens in Cellophantüten abgepackt, auf denen ein Mindesthaltbarkeitsdatum vermerkt ist, das unbedingt beachtet werden sollte.

Aufgrund des hohen Fettgehaltes sind Sonnenblumenkerne sehr empfindlich. Sie können bei zu langer Lagerung ihren Geschmack verändern und ranzig werden. Ein zügiger Verzehr ist deshalb ratsam.

Sonnenblumenkerne sollten stets kühl, dunkel, trocken und vor allem luftgeschützt gelagert werden. Empfehlenswert ist, sie entweder in ihrer Originalverpackung zu belassen oder sie in einem fest zu verschließenden Gefäß aufzubewahren. Bei optimaler Lagerung bleiben die Kerne bis zu neun Monaten frisch.

Nährstoffe und Gesundheit

Sonnenblumenkerne sind sehr gesund, denn sie enthalten über 90% ungesättigte Fettsäuren. Weitere Inhaltsstoffe sind B- Vitamine, Vitamin A, E, D, K und F, Mineralstoffe, Spurenelemente und Ballaststoffe. Wer 100g Sonnenblumenkerne verspeist, führt seinem Organismus 2427 kJ (580 kcal) zu.

Die hochwertigen Substanzen in den Sonnenblumenkernen schützen Herz und Kreislauf. Sie stärken Muskeln, Nerven und Knochen. Auch beugen sie Gefäßablagerungen, Zahnfleischentzündungen und Parodontose vor und verlangsamen den Alterungsprozess.

Reifezeit und Ernte

Nach einer Wachstumszeit von ca. 150 Tagen endet die Blütezeit der Sonnenblumen im Monat Juli. Die Ernte der Kerne beginnt Ende September und dauert bis in den Oktober. Der richtige Erntezeitpunkt ist dann gegeben, wenn die Samen in der Blütenmitte schwarz gefärbt sind und auch die Rückseite der Blüten eine braun- gelbe Färbung angenommen hat. Dann liegt der Feuchtigkeitsgehalt der Kerne unter 15 Prozent. Die Kerne werden maschinell mit einer Dreschtrommel geerntet und, nachdem sie gereinigt wurden, optimal gelagert.