Banane, Bananen, Banana (Musa spp. paradisica)

Bananen

Warum ist die Banane krumm? Das liegt an den Bananenhormonen. Zuerst wachsen allen Bananen nach unten. Angeregt durch die feuchtwarme Tropenluft und reichlich Sonne, kommen besagte Hormone ins Spiel und geben der Banane die Anweisung zuerst nach außen und sodann nach oben zu wachsen, also der Sonne entgegen. Nach unten, nach außen, nach oben - so kommt es, dass die Banane krumm ist.

Machen Bananen glücklich?

Machen Bananen glücklich? Ja, das tun sie! Bananen enthalten den Botenstoff Serotonin der Hunger und Sättigung, den Schlafrhytmus, den Sexualtrieb sowie die Körpertemperatur reguliert und sich auf die Stimmung auswirkt: je mehr Serotonin im Gehirn vorhanden ist, um so besser die Laune. Serotoninmangel hingegen führt zu Stimmungstiefs und dem bekannten Süßhunger. Bananen enthalten reichlich Serotonin, nämlich 7,7 mg auf 100 g Fruchtfleisch. Zwei Bananen haben mehr Wirkstoff als eine ganze Tafel Schokolade und bieten damit Glück als Obstdessert - ganz ohne schlechtes Gewissen.

Übrigens, Bananen machen nicht nur glücklich, als einzige Obstsorte enthalten sie alle Nervenvitamine des B-Komplexes in reicher Form - das kommt sonst nur in Fleisch vor. Wer wenig oder kein Fleisch isst, sollte reichlich von der süßen Frucht naschen. (Bendel)

Wie die Banane nach Europa kam

Schon im 6. Jahrhundert v. Chr. wurden die Früchte der Bananenstaude in buddhistischen Aufzeichnungen in Indien erwähnt. Rund 1000 Jahre später wurde die "Frucht des Paradieses" von arabischen Händlern nach Palästina und Ägypten gebracht. Seefahrer sorgten dann dafür, dass die Banane nach Afrika kam. An der afrikanischen Westküste machten die Portugiesen Bekanntschaft mit der Frucht und unternahmen den erfolgreichen Versuch, sie auf den Kanarischen Inseln anzubauen sowie gegen 1516 auch in der Karibik, nämlich auf Santo Domingo. Bald darauf gedieh die Bananenstaude in ganz Mittel- und Südamerika. Nach Europa kam sie erst 1892: in diesem Jahr wurde die erste Fracht der krummen Frucht im Hamburger Hafen gelöscht. Das gerade Deutschland zu einer "Bananenrepublik" wurde - der pro Kopf Verbrauch der Deutschen liegt bei 14 kg, damit ist Deutschland der zweitgrößte Nettoimporteur nach den USA - ist Konrad Adenauer zu verdanken, der bei der Gründung der Europäischen Wirtschaftgemeinschaft die Zollfreiheit für die Banane durchsetzte und damit den anhaltenden Bananenboom auslöste. (Liebster)

Was die Banane ist und wie in das Supermarktregal kommt

Botanisch betrachtet ist die Banane erstaunlicherweise eine Beerenfrucht die an einer Staude wächst. Die Bananenstaude ist im Anbau zumeist 2 bis 9 m hoch, kann aber 15 m hoch werden. Die Bananenblätter halten hinsichtlich ihrer Größe Weltrekord - es gibt keine größeren. Wie wächst die köstliche Frucht nun heran? Zuerst entwickelt sich aus einer knolligen Wurzel ein Scheinstamm, währenddessen breiten sich  die flachen, glattrandigen, ovalen 4-6 m hohen Blätter zu einem Schopf aus. Nach 9 - 12 Monaten Wachstum bildet sich aus dem Scheinstamm die eigentliche Sprossachse heraus und erzeugt in der Mitte des Blattschopfes - nur ein einziges Mal im kurzen Staudenleben - einen mächtigen, zunächst aufrechten, später herabhängenden, unbeblätterten Blütenstand mit gestreckter Achse. An den Knoten des Blütenstandes befinden sich zunächst nur bläulich-braunrote Tragblätter, die später abfallen. Nur die ersten 10 - 12 Tragblätter an der Basis des Blütenstandes bringen die weiblichen Blüten hervor aus denen sich ohne Bestäubung die fingerförmigen Früchte entwickeln, die sogenannten "Hände". Dabei weisen die ersten drei "Hände" mehr Finger als die übrigen aus. Etwa drei Monate dauert der Wachstumsprozess vom ersten Blütenstand bis zur erntereifen Frucht. Am Ende besteht dann der gesamte Fruchtstand, das "Büschel" aus bis zu 15 Händen mit jeweils 15 bis 20 Fingern und wiegt ungefähr 35 bis 50 kg. Geerntet werden jedoch stets - auch im Ursprungsland - nur grünreife Bananen, denn erst wenn die "Bananenhand" von der Nährstoffversorgung der Pflanze abgeschnitten ist - das erfolgt zumeist durch Einsatz einer Machete - kann im Fruchtfleisch der Prozess einsetzen, der die mehlig schmeckende Stärke in zuckersüße Kohlenhydrate umwandelt.

Einmal geerntet beginnt ein langer Weg für die Banane bis sie endlich als goldgelbe Frucht im heimischen Supermarktregal landet. Zuerst geht es über Drahtseilsysteme zur Packstation, wo gleich nach Größe und Qualität selektiert wird. Dann gibt es noch eine Fungizid- und Antioxidationsverhandlung bevor die Bananen sorgsam in Standardkartons von 18,14 kg verpackt werden. Jetzt geht es weiter auf hochmoderne Kühlschiffe, wo die Bananen, damit sie nicht vor ihrer Ankunft in Europa reifen, bei exakt 13,2 Grad gelagert werden. Angekommen in Europa - die Reise dauert rund 12 Tage - werden die Früchte per Bahn und LKW in die rund 100 deutschen Bananenreifereien verteilt. In diesen Bananenfabriken werden die Früchte bei einer Temperatur von 14,5 bis 18 Grad und unter Zugabe von Ethylen erst zur essbaren Banane gereift.

Es stellt sich die Frage, wie bei derart einem langwierigen und kostenintensiven Weg von der Plantage bis zum Supermarkt die Frucht so billig verkauft werden kann. Die Antwort darauf geben die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Plantagenarbeiter in den Heimatländern der Banane.

Bananentypen und ihre Verwendung

Im Handel werden die Bananen nach Typen unterschieden. Die erste Gruppe ist die der Obstbananen, dazu gehören die "Großen Obstbananen", die "Babybananen", die "Apfelbananen" und die "roten Bananen". Die zweite große Bananengruppe ist die der Kochbananen, die beispielsweise in Afrika den Rang eines Grundnahrungsmittels hat, sich in Zubereitung und Verwendung deutlich von der Obstbanane unterscheidet und daher hier in einem eigenständigen Lexikon-Eintrag behandelt wird.

Die "Große Obstbanane"

Die "Große Obstbanane" und ihre Sorten stellen das größte Kontingent des internationalen Bananenhandels. Bis Ende der 50er Jahre war die "Gros Michel"-Banane die wichtigste Sorte, wurde aber aufgrund ihrer hohen Anfälligkeit gegenüber der Panama-Krankheit durch die mittlerweile äußerst vielfältig angebotenen Cavendish-Sorten ersetzt. Die Cavendish-Bananen sind so beliebt, weil sie robust, großfrüchtig und überaus wohlschmeckend sind. Ihren Namen verdanken sie übrigens einem adeligen Pflanzenliebhaber, dem Duke of Cavendish. Im Handel sind die verschiedensten Sorten der "Großen Obstbanane" zumeist unter dem Label der Herstellerfirmen erhältlich, wie zum Beispiel "Chiquita". Dazu sei noch vermerkt, dass die teurere Markenbanane selten besser schmeckt als die "No name"-Banane.

Die vollreifen Obstbananen besitzen eine glatte, leuchtendgelbe Schale mit sommersprossigen Pigmentierungen. Makellose gelbe Bananen, die fast perfekt aussehen, beinhalten häufig Gifte und Schadstoffe, die sie mit großen Mengen Spritzmitteln behandelt wurden. Bananen mit schwarzen Flecken und Kratzern lassen auf unsachgemäßen Transport und vorübergehende Unterkühlung schließen. Am besten schmecken Bananen mit reichlich bräunlichen Pigmenten - wenngleich sie auch nicht so ansehnlich wie ihre goldgelben Konkurrenten sind. Die Bananen in unseren Supermärkten unterscheiden auch deutlich von den Originalen in den Anbauländern, da sie mittlerweile speziell für den europäischen Geschmack gezüchtet wurden. Nicht nur das: auch die ursprünglich in jeder Banane enthaltenden Fruchtkerne wurden erfolgreich weggezüchtet. Verspeist werden die leckeren Obstbananen zumeist frisch, können aber auch zu warmen und kalten Süßspeisen und natürlich zur Eisherstellung verwendet werden. Aus Bananen lassen sich auch Getränke herstellen, man denke nur an die Milchmixgetränke und den legendären "Kiba" - ein Mixgetränk aus Kirschsaft und Banane.

Apfelbananen / Feigenäpfel

Diese Bananensorte ist die beliebteste Obstbanane der Tropen, vor allem in Brasilien. Die Apfelbanane ist recht zierlich und hat eine dünne, braun-gelbe Schale. Das Aroma ist köstlich fruchtig, angenehm süß-säuerlich und erinnert an Äpfel und Feigen auf einmal.

Die Babybanane

Bei der Babybanane, die auch gern Zuckerbanane genannt wird, handelt es sich um eine kleinwüchsige, dünnhäutige Obstbananenzüchtung, die durch einen intensiv süßen Bananengeschmack überzeugt. Diese Bananensorte kann gebraten und flambiert, mit Honig bestrichen als Dessert gereicht werden. Sie ist sogar als Konserve erhältlich.

Die rote Banane

Die "rote Banane" wird als Obstbanane auch zunehmend in Europa angeboten, ist ihr lachsfarbenes, süß aromatisches Fruchtfleisch doch ein exquisiter kulinarischer und optischer Genuss. Die Früchte dieser Bananensorte sind mittelgroß bis klein, fast gerade oder nur wenig gekrümmt, also ist wohl doch nicht jede Banane krumm.

Tips zur Lagerung

Bananen verderben - wie es bestimmt jeder schon erlebt hat - sehr schnell. Um diesen Prozess zu verzögern, sollten sie möglichst locker hängend zwischen 12 und 14 Grad Celsius aufbewahrt werden. Unterhalb von 10 Grad Celsius leidet das allgemeine Wohlbefinden der Banane enorm. Grundsätzlich sollte die Banane nicht in Gemeinschaft mit Äpfeln und Birnen aufbewahrt werden, da ihr Fruchtfleisch durch die Ethylenausscheidungen weiche Stellen bekommt. In der Nachbarschaft von Zitrusfrüchten hingegen fühlen sich sehr wohl.

Unreife Bananen wiederum sollten sehr wohl mit Äpfel und Birnen - am besten in einer Tüte - aufbewahrt werden, dass lässt sie nämlich nachreifen.

Eine einzelne Banane


Literaturverzeichnis

  • Bendel, Lothar. Das große Lexikon der Früchte und Gemüse. Köln: Lizenzausgabe Anaconda Verlag GmbH, 2008.
  • Liebster, Günther. Gemüse Warenkunde. Weil der Stadt: Walter Hädecke Verlag, 2002.

Und zum Schluss - Das BananenWeb