Birne (Pyrus communis (L.)

Birnbäume zählen zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und werden lateinisch als Pyrus communis (L.) bezeichnet. Ihre Früchte, die Birnen, gehören wie der Apfel zum Kernobst. Weltweit existieren etwa 40 Birnenarten, davon kommen zwei Drittel in Europa, Asien und Nordamerika vor. Ihre Vielfalt ist beträchtlich, man geht heute von zirka 5000 Sorten aus.

Birne

--> Mehr Fotos von Birnen

Schon in der Antike äußert sich Homer über Birnenfrüchte. In Babylon galt der Baum als heilig.

Die deutsche Bezeichnung „Birne“ ist lateinischer Abstammung; kommt ursprünglich aus dem vorindogermanischen Mittelmeerraum.

Beschaffenheit der Frucht

Unterschiedlich sehen die Früchte aus; allein schon die Farbe der Außenhaut reicht von zartem Grün über Gelb, Rot, Orange zu bräunlicher Tönung. Ihr rundlicher Korpus streckt sich der Länge nach oben. Manchmal ist dieser gebogen, kann allerdings im Durchmesser abweichen und endet mit einem Stiel. Das Obst birgt im Inneren ein Kerngehäuse, welches aus fünf pergamentartigen Fächern mit kleinen, braunen Samenkernen besteht. Je nach Erntegrad ist das Fruchtfleisch knackig, bissfest oder bei voller Reife körnig-mehlig, weich.

Birnen wachsen an Bäumen, die bis zu 20 m hoch werden. Im April, noch vor den Äpfeln, blühen die Gehölze. Als Blüte brechen fünf weiße Kronenblätter auf, deren Zentrum etwa zehn purpurgefärbte Staubbeutel entsprießen. Die grünen Blätter sind meist elliptisch geartet. Birnbäume liefern Hartholz von sehr solider Qualität. Ihr hellbraunes Holz besticht mit rötlichem Kolorit, ist kompakt gewachsen und kaum elastisch.

Inhaltsstoffe

Birnen sind eine gesunde, vollwertige Nascherei und fallen mit ihrem Fruchtzucker fast nicht ins Gewicht. Sie schmecken zwar süßer als ein Apfel, haben kaum mehr Kalorien und sollten bei keiner Diät fehlen. In 100 g Frucht stecken 5 mg Vitamin C sowie kleinere Mengen der Vitamine D, E, B1, B2 und B6. Sie liefert zudem bedeutende Mineralien wie Magnesium, Natrium, Eisen, Zink, Kalium und Phosphor. Säureempfindlichen Personen sei der Verzehr geraten, denn Birnen reizen nicht die Magenschleimhaut. Die Früchte eignen sich ausgezeichnet als Zusatz für Babybreie. Zudem stärken die vorhandenen Vitamine das Immunsystem; der hohe Eisenanteil fördert die Blutbildung. Sie wirken entwässernd, kräftigen die Nerven und die enthaltenen Bioflavonoide schützen vor freien Radikalen im Körper. Selbst Hildegard von Bingen vertraute auf die Heilkraft von Birnen, verordnete gekochtes Mus gegen Migräne. Frische Birnenblätter beinhalten Arbutin, ein natürliches Antibiotikum. Deren Teeaufgüsse sind ein altes Hausmittel bei Blasen- und Nierenentzündungen. Rheuma und Gicht werden durch das Ausschwemmen von Harnsäure gelindert.

Verwendung der Birne in der Küche

Ob roh oder gekocht, die Frucht bringt in Speis und Trank Abwechslung und Geschmack. Das wohl bekannteste Getränk ist der Obstbrand Williams Christ. Birnensaft lässt sich pur oder als Mixtur trinken.

Vor dem sofortigen Verzehr sollte man das Obst schälen; bisweilen kann die Haut hart oder chemisch behandelt sein. Festere Sorten, sogenannte Kochbirnen, finden in Kompott, Marmeladen und Kuchen Verwendung. In Obstsalaten neutralisieren sie die oft säuerlichen Südfrüchte. Getrocknete Fruchtstücke (Kletzen) sind eine wichtige Zutat in der süddeutschen Weihnachtsbäckerei. Herzhaft mit Käse, Nüssen oder Speck kombiniert, veredeln sie jedes Menü. Norddeutsche Hausmannskost serviert im Herbst das Eintopfgericht aus Birnen, Bohnen und Speck. Dabei treffen süße, leicht bittere und herzhafte Zutaten aufeinander. Ein besonderer Tipp fürs Raclette: wird die Frucht mit Blauschimmelkäse oder Gorgonzola überbacken, schmeichelt sie den Gaumen.

Birnen sind ganzjährig erhältlich. Heimische Vertreter kommen im Sommer, meist ab August in den Handel. Pflückt man sie kurz vor der Reife und lagert das Obst kalt und dunkel, hält es sich bis Ende Februar. Zum Jahreswechsel liefern nordamerikanische Produzenten, ehe chilenische und argentinische Ware die Märkte füllt. Späte Sorten im Früh- und Hochsommer stammen aus Südafrika, Neuseeland und Australien.

Zu den bekanntesten europäischen Früchten gehören Forellen-, Butter- und Mostbirnen. Ältere Spezialitäten sind Birnen namens Großer Katzenkopf, Gute Luise oder die Köstliche aus Charneux, auch Bürgermeisterbirne benannt. Aus dem asiatischen Raum kommt die Nashi-Birne; sie ist wohl das prominenteste und exotischste Familienmitglied.