Brombeere (Rubus fruticosus)

Brombeeren wachsen im Spätsommer und Frühherbst an Hecken in Wäldern und Hainen. Sie werden in Amerika seit über 100 Jahren kommerziell angebaut. Im Spätsommer finden sich bei uns auch einheimische Früchte.

Im Volksmund hat die Brombeere eine Vielzahl verschiedener Namen, zum Beispiel Abfangsbeere, Bachbeere, Bräkebeere, Brämelbeere, Braunbeere, Brennbeere, Brenndorn, Brummbäre, Brunnenbeere, Dornbeere, Eisenbeere, Gaulhimbeere, Heckenbeere, Hirschbeere, Hummelbeere, Hundsbeere, Kateraugen, Kratzbeere, Pferdebeere, Rankenbeere, Schwarze Himbeere, Spitzbeere und Titanenblut. Der deutsche Name „Brombeere“ leitet sich von dem althochdeutschen Wort „Bramberi“ ab, das mit dem englische Wort „bramble“ (Dornenstrauch) verwandt ist.

Brombeeren Freisteller

Geschichte und Herkunft

Brombeeren stammen ursprünglich aus Eurasien und Nordamerika und wachsen bis heute in vielen gebirgigen Gegenden Europas und Amerikas.

Bereits im Altertum wurden Brombeeren gesammelt und zu Kulturpflanzen entwickelt, indem großfrüchtige Pflanzen ausgewählt wurden. Die heute kultivierte Brombeere, an deren Züchtung mindestens 16 verschiedene Pflanzen der Gattung Rufus beitrugen, existiert erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts. Anfangs wurde sie eher als Grundstücksbegrenzung und weniger zur Obstproduktion genutzt.

Aussehen und Geschmack

Die eng mit den Himbeeren verwandte Brombeere gehört zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und zu den Sammelfrüchten, nicht zu den Beerenfrüchten. Sie wächst an einem dornigen Strauch und trägt rote, in reifem Zustand glänzende schwarze Früchte, die bei der Gartenbrombeere etwas größer und bei der Wildbrombeere etwas kleiner ausfallen. Brombeersträucher blühen mit weißen, 5-blättrigen Blüten, die Blätter sind eiförmig und am Rand doppelt gesägt. Blätter und Stengel sind stachelig, jedoch gibt es seit 1950 auch stachellose Brombeersorten.

Sind die Früchte reif, schmecken sie sehr fruchtig und saftig, süß, herb und würzig. Die wilden Waldbrombeeren schmecken dabei wesentlich aromatischer als die Gartenbrombeeren. Die Blätter schmecken als Tee mit Himbeerblättern gemischt fast wie chinesischer Tee.

Zur Gruppe der Brombeeren gehören verschiedene Unterarten. Durch Kreuzungen von Brombeerarten untereinander und mit anderen Beeren wie der Himbeere entstanden außerdem zahlreiche Beerensorten wie zum Beispiel die Taybeere, Loganbeere und Boysenbeere.

Inhaltsstoffe

Brombeeren enthalten Apfel- und Zitronensäure, Ballaststoffe, ätherische Öle, Pektin, Gerbstoffe, die Mineralstoffe Calcium, Eisen und Magnesium sowie Vitamin C, E und A. Die Brombeere liefert mehr Provitamin A als alle anderen Beeren.

Anbau und Ernte

Am besten gedeihen Brombeerbüsche in schattigen Wäldern und an sonnigen Hainen. Sie wachsen besonders gut auf lockerem, feuchtem Boden und bevorzugen einen warmen, sonnigen und windgeschützten Standort, besonders hinter Mauern. Die Früchte werden von August bis September geerntet. Sie sind reif, wenn die Beeren bei leichtem Druck nachgeben und sich leicht vom Fruchtboden ablösen lassen. Die Früchte sollten unbedingt bei trockenem Wetter geerntet werden, da sie anderenfalls sehr schnell faulen.

Hauptanbaugebiete sind in Europa neben Deutschland Belgien, die Niederlande, Frankreich, Rumänien und die Tschechische Republik. Auch aus Nord- und Südamerika stammen viele Brombeeren.

Brombeeren in der Küche

Vor allem roh als erfrischende Nachspeise erfreuen sich Brombeeren großer Beliebtheit. Sie lassen sich außerdem sehr gut zu verschiedenen kalten und warmen Süßspeisen wie zum Beispiel Marmelade, Konfitüre, Gelee, Kompott, Sirup und Pies verarbeiten. Besonders mit Äpfeln kombiniert schmecken sie ausgezeichnet.

Im Sommer erfrischt ein Joghurt oder Quark mit Brombeeren oder ein Brombeereis. Die Früchte können zu Sauce und Süßmost verarbeitet werden. Auch Getränke lassen sich aus den Früchten zubereiten. Saft, Sirip, Likör oder Brombeergeist sind die bekanntesten Verarbeitungsformen. Klassisch ist die Brombeere auch als Kuchenbelag bekannt, auch in Kombination mit anderen Beeren oder Obst. Sind keine frischen Früchte verfügbar, schmecken Brombeeren auch als Konserven, jedoch sollte man darauf nur im Notfall zurückgreifen, da das Aroma deutlich darunter leidet.

Aus Brombeerblättern kann ein Tee zubereitet werden, der auch mit schwarzem Tee gemischt wird. Die Blätter werden ebenfalls in der Kosmetikindustrie verwendet, zum Beispiel für Gesichtslotionen.

Einkauf und Lagerung

Reife Brombeeren erkennt man daran, dass sich die Früchte leicht vom Fruchtboden lösen lassen und sie auf Druck leicht nachgeben. Sie sind sehr empfindlich und werden daher von Hand direkt in die Schalen gepflückt. Diese aufwändige Arbeit erklärt den relativ hohen Preis im Handel.

Brombeeren müssen kühl gelagert und zügig verbraucht werden, da sie schnell verderben. Unreif geerntete Früchte reifen nicht nach. Brombeeren lassen sich gut einfrieren.

Brombeeren in der Heilkunde

Die Brombeere gehört zu den ältesten Heilpflanzen. Ihre Heilwirkungen schätzte man schon im Alten Ägypten. Auch in den Kräuterbüchern des Mittelalters finden sie Erwähnung.

Wegen der enthaltenen Gerbstoffe werden Brombeeren als leichtes Durchfallmittel oder auch zum Gurgeln bei entzündeten Schleimhäuten eingesetzt. Sie sollen als Mundspülung bei Infektionen im Mund- und Rachenbereich helfen.

Die blutreinigende Wirkung von Brombeerblättern machen sie außerdem zu einem hilfreichen Mittel gegen Hautprobleme wie Ekzeme und schlecht heilende Wunden. Dank ihres hohen Gehalts an Bioflavonoiden und ihrer Fähigkeit Kupfer zu binden sind Brombeeren ein guter Schutz für das Immunsystem und wirken außerdem nervöser Unruhe entgegen. Brombeersaft hilft unterstützend gegen Harnstau, Heiserkeit und Durchfall, wirkt schweißtreibend und stärkt die Verdauungsorgane.

Zerkaut man getrocknete Brombeerblätter, lässt sich Sodbrennen bekämpfen. Tee aus Brombeerblättern soll Durchfall stoppen und das Blut reinigen. Mit Kamillenblüten und Pfefferminzblättern gemischt, hilft Tee aus Brombeerblättern außerdem gegen Magenbeschwerden.
In Frankreich und den Niederlanden ist die Brombeere sogar als Heilpflanze anerkannt. Alternativ zum Tee lässt sich aus der Brombeere auch eine Tinktur herstellen, indem die Blätter mit Weingeist übergossen werden und anschließend mehrere Wochen ziehen.

Bei Stoffwechselerkrankungen und Steinleiden sollten Brombeeren wegen ihres Oxalsäuregehalts eher gemieden werden.

halbierte Brombeere Freisteller

  • Rezept – Brombeer-Gelee
    Ein frisches Brot mit selbst gemachtem Brombeer-Gelee schmeckt super - und dieser Aufstrich ist gar nicht schwierig herzustellen.

Quellen

  • Das große Buch vom Obst : Warenkunde, Küchenpraxis, Rezepte. München: Teubner Edition, 2002.
  • Das große Lexikon der Früchte und Gemüse : Herkunft, Inhaltsstoffe, Zubereitung, Wirkung. Köln: Anaconda Verlag, 2008.
  • Die kleine Speisekammer : Lebensmittelkunde von A – Z. Bindlach: Gondrom, 1996.
  • Fischer, Manfred [u.a.]: Taschenatlas Obst : 218 Arten und Sorten. Stuttgart: Ulmer Verlag, 2006.

Weiterführende Links


Redaktion: Ilga Becker
Datum: 02.07.2010