Grapefruit (Citrus paradisi)

Ihren Namen verdankt die aus der Familie der Rautengewächse stammende Zitrusfrucht der Tatsache, dass ihre Früchte traubenartig aus den Zweigen wachsen: im Englischen heißt "grape" "Traube" und "fruit" bekanntermaßen "Frucht" - daraus wurde dann "Grapefruit".

Grapefruit aufgeschnitten

In Deutschland wird die Grapefruit häufig mit der Pampelmuse verwechselt, letzere ist aber größer und weniger süß als die Grapefruit und gehört botanisch zu einer anderen Art. Auch international betrachtet kann die Grapefruit schnell mit einer anderen verwandten Zitrusfrucht, nämlich der Pomelo verwechselt werden, denn in Frankreich und Spanien heißt die Grapefruit "pomèlo" beziehungsweise gleich "pomelo". Das "pompelmo" der Italiener unterscheidet sich zumindest durch ein paar Buchstaben vom deutschen "Pomelo", die anders als die Pampelmuse deutlich größer als die Grapefruit ist - Pomelos erreichen Kindskopfgröße. (Liebster)

Was ist die Grapefruit? - Eine Frucht aus dem Paradies

Ob pink, ob weiß, ob mit oder ohne Kerne: ursprünglich ist die Grapefruit im 18. Jahrhundert in Barbados (Westindische Inseln) aus einer Zufallskreuzung aus Apfelsine und Pampelmuse hervorgegangen. 1750 wurde diese Art Zitrusfrucht erstmals beschrieben. Erst im Jahre 1830 erhielt sie ihren offiziellen botanischen Artnamen "Citrus paradisi" - also eine Paradiesfrucht, daher rührt auch ihr Ruf als "verbotene Frucht". Dieser Ruf scheint eher zu locken, als zu verschrecken, denn die deutschen Importe belaufen sich mittlerweile auf bis zu 100.000 Tonnen im Jahr.

Anbau - Eine Frucht aus Florida

Zuerst kam man gegen 1885 in Florida auf die Idee, die Paradiesfrucht kommerziell anzubauen. Heute wird weltweit angebaut. Außer im amerikanischen Florida, Kalifornien und Texas, wo mittlerweile 90 Prozent der Weltproduktion in Kultur stehen, gibt es große Anbaugebiete auch in China, Indien, Israel, Jamaika und Südafrika - praktisch in allen Zitrusanbauländern. Das funktioniert u. a. weil es sich bei der Grapefruit um die Frucht eine hitzetoleranten, immergrünen Baumes handelt. Diese Grapefruit-Bäume tragen Früchte sowohl in heißen Wüsten, wie auch in halbtropischen oder tropischen Gefilden.

Das Innenleben der Grapefruit

Die Frucht selbst, die - für uns schwer vorstellbar - gerne in Traubenform beieinander hängt, ist rund, dabei abgeplattet bis verkehrt eiförmig, misst 10-15 im Durchmesser und ist damit deutlich größer als die Orange, aber kleiner als die Pampelmuse. Grapefruits sind recht fest und haben eine glatte, hellgelbe oder rötliche, fest am Fleisch haftende, bis zu einem 1 cm dicke Schale. Darunter verbirgt sich das außerordentlich saftreiche, säuerlich bis süß-säuerlich Fruchtfleisch, dass je nach Sorte mit einer starken oder kaum ausgeprägter Bitternote lockt. Biochemisch betrachtet geht die bittere Geschmackskomponente auf das Flavonglykosid Naringin zurück, welches in den Segmenthäuten - das ist die Schale, welche das eigentliche Fruchtfleisch umschließt - und in der eigentlichen Schale am höchsten konzentriert ist.

Das Fruchtfleisch hat - wiederum in Abhängigkeit von der Sorte - eine hellgelbe, rote oder tiefrote Färbung und ist bei den meisten Sorten in 11-14 Segmente unterteilt. Die ansprechende Fruchtfleischfarbe geht auf das Carotinoid Lycopin zurück, das auch bei der Tomate für die rote Farbe sorgt und dank seiner Fähigkeit Sauerstoffradikale abzubauen, für den hohen gesundheitlichen Wert von Grapefruit mit verantwortlich ist.

Nicht nur das Lycopin macht Grapefruit gesund. Dafür sorgen auch reichlich Vitamine der B-Gruppe und der Vitamin C-Gehalt von 44mg je 100 g. Bestimmte Flavonoide erhöhen dann sogar noch die Wirkung des Vitamin um das bis zu Zwanzigfache: die Grapefruit ist also ein echter Fitmacher. Mehr darüber erzählt der Abschnitt "Volksmedizinische Anwendungen".

Die Grapefruit-Sorten

Es gibt zahlreiche Grapefruit-Sorten, aber nur ungefähr 20 davon haben weltweit wirtschaftliche Bedeutung für den Plantagenanbau. Sie unterscheiden sich in Größe, Form, Farbe, Schalendicke, Kerngehalt - und natürlich im Geschmack. Im Wesentlichen wird zwischen den "Weißfleischigen (nichtpigmentierte) Sorten" deren Geschmack herbsäuerlich und mehr oder weniger bitter ist und den "Rosafleischigen (pigmentierten) Sorten" mit süßerem, aromatischerem, lieblicherem Geschmack unterschieden. Letztere unterscheiden sich wiederum stark in der Intensität der Fleisch- , als auch der Schalenfarbe und sind in letzter Zeit häufig an den Obstständen anzutreffen. Fast alle "rosafarbenen" Sorten stammen aus Florida, die meisten neueren allerdings aus Texas. Große Erfolge feiern zunehmend die Grapefruit-Hybriden, die aus Züchtungen von Grapefruit mit anderen Zitrusfrüchten entstanden sind.

Die "Weißfleischigen Grapefruit Sorten"

Jaffa - Grapefruit - Der Klassiker

Die "Jaffa" ist eine weißfleischige Grapefruit aus Israel, die bei uns von Dezember bis Mai angeboten wird. Sie ist dünnschalig, kernlos und schmeckt säuerlich bitter. (Bendel)

Marsh - Grapefruit - Für den Saft bestimmt

Diese Sorte wird auch "Marsh Seedless" oder "White Marsh Seedless" genannt. Entstanden ist sie ursprünglich aus einem Zufallssämling in Florida. Israel vermarktet sie je nach Erntezeitpunkt unter den Namen "Yarden River", "Autumn Selection", "Regular", "Royal" oder "Spring". Obwohl es um die weltweit bedeutendste Grapefruitsorte handelt, wird man sie selten im Supermarkt finden, denn die verarbeitende Industrie ist der größte Abnehmer. (Liebster)

Die "Rosafleischigen Grapefruit-Sorten"

Ruby-Grapefruit - weit verbreitet unter vielen Namen

Die "Ruby" ist die am weitesten verbreitete farbige Grapefruit-Sorte. Im Handel wird sie auch unter den Namen "Ruby Red", "Redblush", "Henninger", "Yarden Red" oder "Rosè". Diese Sorte wurde 1926 als natürliche Knospenmutante der "Thompson-Grapefruit" in Texas entdeckt. Es handelt sich um eine in Fleisch und Farbe sehr intensiv pigmentierte Frucht. Das Fruchtfleisch ist fast rot und enthält nur wenige Kerne.

Star Ruby - Grapefruit - Die "Süßeste"

Die "Star Ruby" trägt, wenn sie aus Israel kommt den Namen "Sunrise". Diese Grapefruitsorte ist 1959 aus bestrahlten Samen der "Hudson-Grapefruit" in Texas gezüchtet worden. Die Frucht ist recht klein und hat die derzeit intensivste Pigmentierung von Fleisch und Schale unter allen Sorten. Die Schale ist sehr dünn, das Fruchtfleisch fast immer kernlos, dabei sehr saftig, mit einem süßerem und weniger bitterem Fleisch als alle anderen Sorten: also richtig lecker für den kleinen Snack zwischendurch

Hybride: Die Sweetie-Grapefruit - die "Große"

Auch die "Sweeties" finden wir von Ende September bis Mitte im Obstregal, wenngleich auch oft unter den Bezeichnungen "Jaffa-Sweetie", "Oroblancos" oder "Pomelitas". Entstanden ist dieser Grapefruit-Hybrid 1985 in Israel aus einer Kreuzung von säureloser Pampelmuse mit einer kernhaltigen weißen Grapefruit. Die "Sweeties" sind bis zu 1,5 kg schwere, pampelmusenähnliche Früchte mit dicker, feinporiger, leuchtend grünlich gelber Schale und festem, blassgelben Fruchtfleisch, welches auffallend süßaromatisch und sehr saftig schmeckt.

Die Grapefruit in der (Volks)Medizin

Da die Bitterstoffe bei den Grapefruits in der Schale und in den Segmenthäuten sitzen, mag es schwer fallen, jedoch gesundheitlich wertvoller wäre es, sowohl die weiße Innenhaut als auch das Fruchtfleisch mit Trennwänden zu verspeisen, denn genau dort sitzen Pflanzenstoffe, welche nicht nur die Verdauung anregen und vor Krebs schützen, sondern auch einen hohen LDL-Cholesterin-Spiegel senken (siehe auch: Grapefruit-Diät).

Ein besonders weites heilkundliches Spektrum scheint dem Extrakt aus Grapefruitkernen innezuwohnen. Primär wirkt dieses Extrakt gegen zahlreiche Mikroorganismen und wird gleichermaßen bei Patienten mit Hefepilzbefall, Akne, Entzündungen der Mundhöhle, Gastritis und sogar Magenkrebs verordnet. Grapefruitkernextrakt gemischt mit Babyshampoo beseitigt sogar Schuppen und ständiges Jucken der Kopfhaut. (Bendel)

Vorsicht!!! Grapefruit und Medikamente

Grapefruits und Grapefruitprodukte dürfen niemals gemeinsam mit Medikamenten verzehrt werden, da aufgrund der biochemischen Beschaffenheit der Frucht der Verdauungsapparat die Medizin dann nicht mehr aufspalten und auch nicht ausscheiden kann. So kann es zu einer gefährlichen Überdosis im Körper kommen.

Die Grapefruit in der Küche - oder auch im Cocktail

Grapefruits werden gerne frisch verspeist, bei echten Schleckermäulern vielleicht noch mit ein wenig Zucker versüßt.

Wie verzehrt man eine Grapefruit?

Aber wie verzehrt man eine Grapefruit? Zunächst wird die ungeschälte Frucht quer durchgeschnitten, wobei gleich die Kerne entfernt werden. Die Hälften werden auf einen Teller gelegt, dann trennt man mit einem Messer die einzelnen Fruchtfleischsegmente voneinander. Dann wird - am besten mit einem speziell gezähnten Grapefruitmesser - entlang der Schale ein Rundschnitt durchgeführt, um das Fleisch abzutrennen. Jetzt können Fleisch und Saft bequem aus ihrer natürlichen Schüssel gelöffelt werden. Guten Appetit! Wer mag kann den Geschmack auch noch mit ein wenig Rum, Cognac oder Maraschino verfeinern: werden die Fruchthälften jetzt noch mit einer Maraschinokirsche dekoriert ergibt das ein ausgesprochen appetitliches, Kalorien bewusstes Dessert.

Grapefruitsalate

Was schon allein genossen so lecker schmeckt, ist natürlich auch eine hervorragende Beigabe für Obstsalate, Speiseeis, Geflügelsalate wie den bekannten "Rosè Salat" Auch der amerikanische Krautsalat, bekannter unter der Bezeichnung "Cole slaw" verträgt sehr gut ein paar Grapefruitscheiben.

Grapefruit - Erfrischungsgetränke

Der größte Teil der Grapefruitproduktion wird nicht gegessen, sondern getrunken: als wohlschmeckender Saft, als sprudelndes Erfrischungsgetränk oder als leicht säuerlich-bitterer Cocktail.

Und zum Schluss - Jünger mit Grapefruit

Frauen die nach Grapefruit duften, werden von ihren männlichen Betrachtern durchweg für 6 Jahre jünger gehalten, als sie sind. Das fanden amerikanische Forscher kürzlich in Chicago heraus. (Bendel)

Grapefruit

Literaturverzeichnis

  • Bendel, Lothar. Das große Lexikon der Früchte und Gemüse. Köln: Lizenzausgabe Anaconda Verlag GmbH, 2008.
  • Liebster, Günther. Obst Warenkunde. Weil der Stadt: Walter Hädecke Verlag, 2002.
  • Pini, Udo. Das Gourmet Handbuch. Tandem Verlag GmbH, 2005/2007.
  • Rösch, Ruth. "Steckbrief Exoten und Zitrusfrüchte." Bonn: AID Infodienst Verbraucherschutz, 2002.