Melonen

Melonen (latenischer Name Cucumis melo bzw. Citrullus lanatus) zählen zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae) und werden streng genommen zu den Gemüsen gezählt, da sie zu den einjährigen Pflanzen gehören. Gehandelt werden sie trotzdem hierzulande als Obst.

Zur Gruppe der Melonen gehört eine Vielzahl verschiedener Früchte mit unterschiedlichen Farben und Formen. Das Wort „Melone“stammt von dem griechischen Wort „melon“ ab und bedeutet so etwas wie „großer Apfel“.

Übrigens ist das Melonenkern-Weitspucken in Florida ein beliebtes Hobby.

Geschichte und Herkunft

Die Melonen stammen vermutlich aus dem tropischen Afrika. Sie wurden bereits vor 3000 Jahren von den alten Persern kultiviert und werden heute fast allen tropischen und subtropischen Ländern angebaut.

Aussehen und Geschmack

Melonen wachsen an einjährigen, am Boden rankenden Pflanzen. Die Schale der Früchte ist glatt, rauh, runzelig oder mit dornenähnlichen Auswüchsen besetzt. Die Farbe der Früchte reicht von einfarbig grün über gelb bis zu gemusterten Schalen. Das Fruchtfleisch ist gelblich, grün oder rot und enthält zahlreiche helle oder schwarze Samen.

Das Fruchtfleisch schmeckt erfrischend süß und sehr saftig. Werden die Früchte unter 10°C gelagert, werden sie sehr wässrig und büßen viel von ihrem Aroma ein.

Inhaltsstoffe

Alle Melonensorten enthalten Biotin, Bitter- und Gerbstoffe, Mineralstoffe wie Calcium, Eisen, Fluor, Jod, Kalium, Magnesium, Phosphor und Zink, Fruchtsäuren, Fruchtzucker sowie die Vitamine Provitamin A, B1, B2, B6 und C. Zuckermelonen haben dabei einen deutlich höheren Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen als Wassermelonen.

Anbau und Ernte

Melonen benötigen Wärme und genügend Wasser. Sie wachsen am besten an warmen, geschützten Standorten. Im Garten können Melonenschalen übrigens bei der Bekämpfung von Schnecken sehr hilfreich sein.

Melone in der Küche

Die Schale von allen Melonensorten ist nicht für den Verzehr geeignet. Verwertet wird nur das Fruchtfleisch.

Allgemein sind Melonen beliebt für kalte Buffets. Sie werden hierfür meist in Spalten geschnitten und mit Weinbrand oder Zitronensaft beträufelt. Besonders auf Käse- oder Fleischplatten findet man oft Melonenstücke. Für Obstsalate bietet es sich an, mit einem Löffel Kugeln ausstechen.

Melonen passen auch zu Fleischgerichten. Schneiden Sie zum Beispiel eine Charentaismelone in Spalten und lösen Sie das Fruchtfleisch von der Schale. Umwickeln Sie die Spalten mit je einer Scheibe Rauchfleisch und garnieren sie mit einem Klecks Remoulade.

Nutzen Sie die ausgehöhlten Schalen von Zuckermelonen als Trinkgefäße für exotische Getränke. In ausgehöhlten und halbierten Wassermelonenschalen lassen sich gut Obstsalate servieren.

Tipp: Intensivieren Sie den Geschmack von Melonen, indem Sie das Fruchtfleisch mit etwas Salz würzen.

Melonenarten und ihre Verwendung

Man unterscheidet drei Gruppen von Melonen: Wassermelonen, Zuckermelonen und Nanamelonen. Zuckermelonen zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Kerne sich in der Mitte der Frucht in einer Höhlung befinden und somit leicht zu entfernen sind.

Wassermelone

Die Wassermelone schmeckt süß, aber relativ schwach im Aroma. Die Schale ist dunkelgrün und glatt, das Fruchtfleisch ist tiefrot und mit zahlreichen essbaren, braunschwarzen Kernen durchsetzt.

Honigmelone

Die Honigmelone ist bei uns die häufigste Melonenart im Handel. Sie zeichnet sich durch eine gelbe glatte Schale und gelblichgrünes Fruchtfleisch mit Honigaroma aus.

Galiamelone

Die Galiamelone oder Galaeomelone gehört zur Gruppe der Netzmelonen, die sich durch ein deutliches Netzmuster auf der gelbbraunen Schale charakterisieren lassen. Das Fruchtfleisch ist weißlichgrün und schmeckt süß und aromatisch.

Cantaloupmelone

Die Cantaloupemelone oder Kantalupmelone zeigt kugelige Form, längs gerillte und gelegentlich auch mit Warzen bedeckte Schale. Sie wird daher auch Warzenmelone genannt.

Die Charentaismelone zeichnet sich durch aprikosenfarbenes Fruchtfleisch, eine hellgrüne glatte Schale mit dunkelgrünen Längsstreifen und besonders feines Aroma aus. Sie gilt als die beste Melonensorte. Charentaismelonen gehören zu den Kantalupmelonen. Sie machen etwa 90% der französischen Melonenproduktion aus.

Die Ananasmelone hat glatte, leicht gerippte Schale. Das Fruchtfleisch schmeckt nach Ananas und verleiht der Melone ihren Namen.

Die Ogenmelone ist eine Kreuzung aus Netzmelone und Kantalupmelone. Sie stammt aus Israel und wird durch eine gelbe Schale mit längs verlaufenden grünen Streifen gekennzeichnet. Das Fruchtfleisch ist hellgrün und schmeckt leicht säuerlich. Mit etwa 500g ist sie die kleinste Melonensorte. Die Ogenmelone wurde nach dem israelischen Kibbuz benannt, wo sie das erste mal gezüchtet wurde.

Die Echte Zitrulle oder Wildgurke ist etwa orangengroß, hat eine grüngelbweiße harte Schale und schmeckt bitter. Sie kommt vorwiegend in Afrika und Asien vor, wo sie in Pulverform als abführendes Mittel angeboten wird.

Die Pepquino, Mexikanische Minigurke, Minimelone oder Mexikanische Ziergurke ist ein Minikürbisgewächs aus Mexiko. Sie schmeckt ähnlich wie eine Salatgurke und kann in gebratenen Pfannengerichten oder roh verwendet werden.

Die Zebramelone ist eine grün-weiß gestreifte Wassermelonensorte aus der Türkei.

Einkauf und Lagerung

Melonen erhält man frisch als ganzes oder in Stücke geschnitten, zu Saft gepresst oder zur Parfaits, Sorbets, Eis oder Fruchtsuppen verarbeitet.

Die Reife einer Melone soll man angeblich besonders gut durch Druck in der Stielgegend prüfen können. Von diesem Indikator ist abzuraten, denn nachdem mehrere Personen die Schale gedrückt haben, wird die Stelle sicherlich weich und beginnt schnell zu faulen. Die Reife von Melonen erkennt man am besten am Geruch. Außerdem klingen reife Melonen hohl und tief, wenn Sie dagegen klopfen.

Frische unversehrte Fürchte halten sich bei kühler Lagerung mehrere Wochen. Hierbei müssen sie vor Schlägen und Stößen geschützt werden. Sie sollten sofort verzehrt werden, wenn die Schale anfängt weich zu werden. Lagernde Melonen produzieren Ethylengas und sollten darum weit entfernt von anderen Früchten gelagert werden, um deren Reifung nicht zu beschleunigen. Unreife Melonen reifen bei Zimmertemperatur nach.

Melonen in der Heilkunde

Melonen enthalten wenig Kalorien und wirken trotzdem sättigend. Sie wirken entwässernd, stuhlreinigend und fiebersenkend. Nach neuen Studien enthalten Melonen außerdem Enzyme, die Stress lindern können.

Beim Verzehr von Melonen ist Vorsicht geboten: isst man sie mit anderen Früchten vermischt oder verzehrt man zu viel von ihnen, kann dies zu starkem Durchfall mit qualvollen Bauchkrämpfen führen.

Sonnenbrand lässt sich übrigens mit Melonensaft lindern, jedoch ist die Prozedur sehr klebrig.



Quellen

  • Bendel, Lothar: Das große Früchte- und Gemüselexikon. Düsseldorf: Albatros Verlag, 2002.
  • Das große Buch vom Obst : Warenkunde, Küchenpraxis, Rezepte. München: Teubner Edition, 2002.
  • Das große Lexikon der Früchte und Gemüse : Herkunft, Inhaltsstoffe, Zubereitung, Wirkung. Köln: Anaconda Verlag, 2008.
  • Die kleine Speisekammer : Lebensmittelkunde von A – Z. Bindlach: Gondrom, 1996.
  • Lehari, Gabriele: Exotisches Obst und Gemüse für die Küche. Stuttgart: Ulmer, 2006.

Weiterführende Links


Redaktion: Ilga Becker
Datum: 17.04.2010