Wassermelone

Wassermelonen (lateinischer Name Citrullus lanatus) stammen direkt vom Kürbis ab und stellen hierzulande die bekannteste Melonensorte dar.. Manchmal werden sie auch Pasteke oder Zitrullengurke genannt; diese Namen sind jedoch nicht weit verbreitet. Zwar ist die Wassermelone mit den anderen Melonensorten verwandt, bildet aber eine eigene Gattung.

Scheibe von einer Wassermelone

Geschichte und Herkunft

Ursprünglich stammt die Wassermelone aus dem tropischen Afrika. Die Ägypter kannten und nutzten sie bereits vor 4000 Jahren. Von dort aus breitete sie sich in den Jahrhunderten darauf als Nutzpflanze über West- und Zentralasien bis nach China und das südliche Russland aus. Zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert brachten die Mauren die Wassermelone auch in das westliche Mittelmeergebiet und verbreiteten sie in Spanien. Nach Amerika gelangte sie im 16. Jahrhundert durch spanische Seefahrer.

Heute liegen die Hauptanbaugebiete für Wassermelonen in den Mittelmeerländern Spanien, Italien und Griechenland sowie in China, der Türkei, den USA, Korea, Brasilien und Japan.

Aussehen und Geschmack

Die Wassermelone gehört zu der Gruppe der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und ist mit den Kürbissen und Gurken verwandt. Die Pflanze ist einjährig und unterscheidet sich von den anderen Melonensorten durch die gefiederten Blätter und die Anordnung der Kerne, die sich über das gesamte Fruchtfleisch verteilen und nicht in der Mitte der Frucht konzentrieren.

Mit bis zu 20kg gehört die Wassermelone zu den schwersten Melonensorten. Die Früchte wachsen an rankenden Pflanzen mit sehr großen, gefiederten Blättern und hellgelben Blüten und weisen eine glatte, hell- bis dunkelgründe und gestreifte Schale und weiße Innenrinde auf. Das Fruchtfleisch ist tiefrot und von zahlreichen kleinen essbaren schwarzbraunen Kernen durchsetzt. Der Geschmack ist bei reifen Früchten sehr süß, aber relativ schwach im Aroma.

Inhaltsstoffe

Wassermelonen bestehen zu über 90% aus Flüssigkeit und sind reich an Lykopin, einem Caratinoid, das für die rote Färbung verantwortlich ist. Sie weisen weniger Kalorien auf als Honigmelonen, aber auch eine geringere Menge an Vitaminen und Mineralstoffen. Die Früchte enthalten vor allem Calcium, Eisen, Natrium sowie Vitamin A und Vitamin C.

Anbau und Ernte

Die idealen Klimaregionen für Wassermelonen sind die Subtropen, Tropen und mediterrane Gebiete. Sie können schon drei Monate nach der Pflanzung geerntet werden. Beim Anbau muss darauf geachtet werden, dass die Pflanzen genug gewässert werden, da sie sonst keine schönen runden und gleichmäßig großen Früchte ausbilden können.

Melonen sind praktisch das ganze Jahr über bei uns verfügbar, da sie in den verschiedenen Anbaugebieten zu unterschiedlichen Zeiten reif werden. Die Hauptsaison ist zwischen Juni und September.

Wassermelone in der Küche

Wassermelonen werden meist roh als Durst löschendes Obst verzehrt. Theoretisch ist sogar die Schale der Wassermelone essbar, jedoch muss sie dafür vorher kandiert oder eingelegt werden. Man sollte dafür auch unbedingt auf Früchte aus ökologischem Anbau kaufen, um die Schadstoffe und Pflanzenschutzmittel in der Außenseite der Schale zu vermeiden. Üblicherweise wird nur das Fruchtfleisch verspeist. Die Früchte werden dafür in Segmente geschnitten und pur gegessen oder aus der Schale gelöffelt. Die Kerne sind essbar, stören jedoch den einen oder anderen beim Verzehr. Wer sie entfernen möchte, braucht dafür viel Geduld, denn sie durchziehen das ganze Fruchtfleisch. Am besten schmeckt die Wassermelone übrigens gekühlt.

Im südlichen Russland nutzt man vorrangig den süßen Saft der Früchte, den man zur Vergärung alkoholhaltiger Getränke oder der Herstellung eines Fruchtsirups verwendet. Der pure Saft der Melonen schmeckt mitunter etwas langweilig, das Aroma lässt sich aber durch Zugabe von Zucker deutlich verbessern. In Indien, China, dem Nahen und Mittleren Osten werden auch die Samen genutzt, indem sie geröstet und als Snack verzehrt oder als Grundlage für Brotteig verwendet werden.

Am weitesten verbreitet ist die Verarbeitung der Wassermelone zu Obstsalat, sie kann aber auch zu anderen Süßpeisen verarbeitet werden. Besonders erfrischend schmeckt sie mit einem Spritzer Limettensaft oder einer Vinaigrette. Weiterhin schmeckt das Fruchtfleisch gut in Kaltschalen, Sorbets, Bowlen und Granités sowie Cocktails.

Eine ausgezeichnete Kombination ist Wassermelone und Ingwer: probieren Sie zum Beispiel in Ingwersud eingelegte Melonenstücke: stampfen Sie den Ingwer und verdünnen Sie den austretenden Saft mit Wasser und schmecken ihn mit Limettensaft und Zucker ab. Legen Sie die Melone darin ein und lassen sie zwei bis drei Stunden ziehen.

Die Wassermelone ist nicht nur eine erfrischende Frucht, sie eignet sich auch hervorragend zu Dekorationszwecken, indem sie mit Obstsalat oder einem Getränk befüllt wird.

Einkauf und Lagerung

Beim Einkauf von Wassermelonen sollte darauf geachtet werden, dass die Früchte möglichst reif sind. Zwei Hinweise (jedoch keine Garantie) auf die Reife sind der Klopftest und die Färbung der Frucht, die gelbe Stellen aufweisen sollte. Klopft man auf die Schale, muss die Melone wie eine afrikanische Buschtrommel klingen. Ganz sicher geht man nur, wenn man sich vor dem Kauf eine Geschmacksprobe der Melone geben lässt.

Im Handel werden Wassermelonen in zwei Klassen eingeteilt: Klasse I lässt nur sortentypisch geformte Früchte mit einer unbeschädigten Schale frei von Druckstellen oder Rissen zu, während in Klasse II auch Früchte mit leichten Druckstellen und Form-, Farb- oder Schalenfehlern verkauft werden dürfen.

Wassermelonen reifen zu Hause nach, sollten dafür aber nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Ist die Melone einmal aufgeschnitten, muss sie rasch verzehrt werden, denn das Fruchtfleisch trocknet schnell aus und verliert seine Nährstoffe. Kauft man keine ganze Frucht sondern Viertel oder halbe Früchte, kann man die Schnittstelle mit einer Klarsichtfolie vor dem Austrocknen schützen. Länger als eine Woche sollten Wassermelonen grundsätzlich nicht gelagert werden.

Wassermelone in der Heilkunde

Die Wassermelone weist einen hohen Wassergehalt sowie einen niedrigen Gehalt an Zucker auf und ist damit auch für Diabetiker und während Diäten ein hervorragender Durstlöscher im Sommer. Sie soll zudem die Nieren reinigen. Das Lycopin, der rote Farbstoff im Fruchtfleisch soll außerem vor Herz-, Kreislauf- und Krebserkrankungen schützen.

Wassermelone

Quellen

  • Bendel, Lothar: Das große Früchte- und Gemüselexikon. Düsseldorf: Albatros Verlag, 2002.
  • Das große Buch vom Obst : Warenkunde, Küchenpraxis, Rezepte. München: Teubner Edition, 2002.
  • Das große Lexikon der Früchte und Gemüse : Herkunft, Inhaltsstoffe, Zubereitung, Wirkung. Köln: Anaconda Verlag, 2008.
  • Die kleine Speisekammer : Lebensmittelkunde von A – Z. Bindlach: Gondrom, 1996.
  • Lehari, Gabriele: Exotisches Obst und Gemüse für die Küche. Stuttgart: Ulmer, 2006.

Weiterführende Links


Redaktion: Ilga Becker
Datum: 23.04.2010