Nektarine (prunus persica var. nucipersica)

Spanisch: Grinon, Nectarina; Englisch, Französisch, Niederländisch: Nectarine; Italienisch: Nettarina, Noce pesca; Deutsch: Glattpfirsich, Nusspfirsich, Pfirsichpflaume

Die Nektarine ist ein junges Obst, sie ist ein Kind der 70er Jahre. Ganz konkret: sie ist das Züchtungsergebnis einer asiatischen Studie. Ein Elternteil ist zweifellos der Pfirsich – von ihm hat sie den Geschmack geerbt, leider ist der zweite Elternteil unbekannt. Von wem sie die glatte Haut und die festere Konsistenz des Fruchtfleisches hat, darüber wird heute noch spekuliert, in Frage kommen Aprikose, Mandeln oder Pflaumen. Übrigens; begann der große Einzug in die Supermärkte weltweit erst in den letzten zwei Jahrzehnten, nachdem sich der Geschmack durch weitere Züchtungen deutlich verbessert hatte.

Nektarine

Aussehen, Wachstum, Aroma

Nektarinen wachsen an bis zu sechs Meter hohen Bäumen. Kultiviert werden sie hauptsächlich in Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Kalifornien, Südafrika und Chile. Wie auch die Pfirsiche, gehören die Nektarinen zu den Steinobstfrüchten. Die Frucht hat glatte, unbehaarte Haut, ein festes Fruchtfleisch, das einen leicht lösbaren Kern umschließt – um den herum das Fruchtfleisch oft etwas sehr säuerlich schmeckt. Hierzulande sind Nektarinen in der Zeit von September bis März erhältlich, dank Neuzüchtungen dehnt der Zeitraum sich aus.

Nektarinen-Arten

Wie beim Pfirsich ist die Sortenzahl an Nektarinen kaum überschaubar und jedes Jahr kommen neue hinzu, und andere verschwinden vom Markt. Vor allem zur Saisonverlängerung wird nach neuen Früh- und Spätnektarinen gesucht. Es gibt Sorten mit dunkelroter Haut und festem tiefrotem Fruchtfleisch. Daneben finden sich Nektarinen-Arten mit bernsteinfarbenen oder weißem Fruchtfleisch und dazwischen gibt es alle denkbaren Mischungen, die dann meist marmoriert daher kommen. Ähnlich verhält es sich mit  Geschmack und Aroma. Manche sind süß wie der Pfirsich, andere eher säuerlich pikant. Etwa 100 verschiedene Nektarinen-Sorten werden im Lauf der Saison angeboten, die meisten stammen aus kalifornischen Züchtungen. Sortiert wird häufig nach Farben. Die wichtigsten gelbfleischigen Sorten, sortiert nach Reifezeit sind: „Sunred“, „Armking“, „Super Crimson“, „May Diamond“; weiter geht es dann mit Sorten wie „Fiesta Red“, „Independence“, „Summer Grand“, um dann das Jahr zu beschließen mit „Royal Giant“, „Flamekist“, „Orion“ und „Fairlane“. Die weißfleischigen Sorten starten den Einzug in die Supermärkte mit „Firegem“, „Silverking“, und „Snowqueen“; es folgen „Flavour Giant“ und „Zephir“, beendet wird das Nektarinenjahr mit „Mid Silver“ und „Silvesterqueen“.

Brugnolen oder Brügnole

Bei den Brugnolen handelt es sich um eine Nektarinen-Sorte, die aus einer Kreuzung vom Pfirsich mit der Pflaume entstanden ist. Die Frucht ist - wie auch die Nektarine – glatthäutig und festfleischig. Den Unterschied macht der Kern, der sitzt bei der Brugnole fest im Fruchtfleisch und ist schwer herauszulösen. Brugnolen sind im Sommer zwar auf fast allen europäischen Märkten anzutreffen, nur in Deutschland schätzt man sie kaum, zumindest sind hier schwer erhältlich.

Zwergnektarine

Bei der Zwergnektarine handelt es sich um eine extrem kleinwüchsige Sorte, die extra für den Gebrauch im Kleingarten gezüchtet wurde – die Bäume wachsen nicht auf sechs Meter Höhe, dafür sind die Früchte auch kleiner.

Gesundes Obst – Abwehr freier Radikale

Die Farbenpracht der Nektarinen deutet schon darauf hin – sowohl Schale als auch Fruchtfleisch enthalten viele Pflanzenfarbstoffe (Karotene, Xantophylle), deren Zweck es ist, die Frucht vor Pilzen, Bakterien, zu massiver Lichteinwirkung und sonstigem Ungemach zu schützen. Verspeist der Mensch die Farbstoffe, verrichten sie im menschlichen Körper ihre Aufgabe weiter und wehren beispielsweise die sogenannten freien Radikale ab. Zudem sind Nektarinen ein Antistress-Obst. Die Inhaltsstoffe unterstützen die Zellabwehrkräfte, Niazin in Verbindung mit Zink, Selen und Magnesium verbessern die Laune, und wirken gegen Nervosität sowie Unruhe. Zudem wirken Nektarinen entwässern, leicht abführend und stärken das Bindegewebe.

Nektarinen in der Küche

Der größte Teil der Nektarinen wird einfach frisch verzehrt, sie sind ein feines Tafelobst, auch als Zwischenmahlzeit gut geeignet, so süß und saftig wie sie schmecken, oder zumindest schmecken sollten.

Einkauftipps

Zuerst die Geruchsprobe. Gute, vor allem reife Nektarinen duften angenehm aromatisch und die Schale gibt auf Druck leicht nach. Man sollte unbedingt auf einen hohen Reifungsgrad achten, da sich der typische Nektarinen-Geschmack erst in den letzten Reifetagen entwickelt. Zwar reifen die Früchte bei Zimmertemperatur noch nach, das Nektarinen-Aroma kann sich aber wegen der fehlenden Sonne nicht mehr entwickeln. Leider werden Nektarinen wegen ihrer Druckempfindlichkeit oft vor ihrer eigentlichen Reife geerntet, kauft man derartige Ware, wird sich das volle Aroma nicht mehr entwickeln, am Ende der Nachreifung (im Supermarkt oder zu Hause), haben die Früchte dann die berüchtigte gummiartige Konsistenz.

Kochen mit Nektarinen

Nektarinen schmecken nicht nur solo, sie lassen sich auch hervorragend zu Desserts und Obstsalaten verarbeiten, sind lecker als Kuchen- und Tortenbelag. Man kann aus den Früchten Kompotts, Säfte, Konfitüren und Gelees zaubern. Sehr lecker: Nektarinen in Pfannkuchenteig frittiert. Man kann die Früchte sogar in Karamellsauce flambieren – eine verführerische Nascherei. Es gibt Nektarinen auch hochgeistig – als Schnaps.

In die warme Küche passen die süßen Früchtchen ebenfalls – leicht gegart ergeben sie eine schmackhafte, nuancenreiche Beilage zu Meeresfrüchten, Wild- und Schweinebraten sowie Geflügel.

Gourmets bevorzugen die Frucht in Butter, Honig und Zitronensaft geschmort und sodann kurz vor dem Verzehr mit Hauch frisch geriebenen Muskat verfeinert.

Tipp: Für die nächste Grillparty einfach mal die Marinade mit Nektarine aromatisieren.

Zubereitungstipps

Will man Nektarinen weiterverarbeiten, sollte man die Früchte häuten. Das ist leicht, wenn man sie eine Minute in kochendem Wasser blanchiert und anschließend kalt abschreckt. Beträufelt man die gehäuteten Nektarinen noch mit etwas Zitronen, Limetten- oder Orangensaft, hat man die Braunfärbung vermieden.

Einfrieren

Nektarinen eignen sich gut zum Einfrieren, dass sollte man bedenken, wenn man im Supermarkt mal eine reife Lage Früchte erwischt. Vor dem Einfrieren sollte der Stein entfernt werden, da er das Fruchtfleisch bitter werden lässt.

Und zum Schluss: Nektarinen-Kosmetik

In den ölhaltigen Samen der Nektarinen sind all die schon besprochenen gute Stoffe noch konzentrierter enthalten, da liegt die Idee nahe, sich der heilsamen Wirkung nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich zu bedienen. So mag auch die Kosmetikindustrie gedacht haben und hat Cremes auf Basis der Nektarinen-Öle entwickelt Nektarinenessenzen finden sich in Shampoo. Sehr beliebt ist Nektarinen-Aroma als Duft, sowohl für Duschbäder als auch für Parfüms.

halbierte Nektarine


Quellen und Weiterführendes