Baumwollsaatöl

Baumwollsaatöl ist ein Nebenprodukt bei der Baumwollproduktion. Es wird auch als Cottonöl bezeichnet und lat. Oleum gossypii genannt. Die Baumwolle gehört zu der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) und ist eine vielseitig verwendbare Pflanze. Aus ihren Samenhaaren werden die hochwertigen Baumwollfasern für die Textilindustrie gewonnen. Die nach der Abtrennung der Fasern zurückbleibenden Samen werden zu Baumwollsaatöl ausgepresst. Der dabei anfallende Schrot dient als eiweißreiches Futtermittel.

Gewinnung und Herkunft

Baumwollsaatöl wird aus den Samen der Baumwollpflanze (Gossypium) gewonnen. Die Ölausbeute beträgt ca. 15 bis 30 Prozent. Nachdem die Samenkörner vollständig gereinigt sind, werden sie maschinell zerkleinert. Dabei werden die Kerne von den Samenhülsen getrennt und das Öl in Ölmühlen durch Pressen oder durch Extrahieren mit einem Lösungsmittel (Schwefelkohlenstoff) gewonnen. Das Rohöl besitzt eine bräunliche, dunkle und trübe Färbung und ist sehr fettig und dickflüssig. Es schmeckt süßlich und leicht bitter. Es hat einen etwas kratzigen Nachgeschmack. Um das Rohöl zu reinigen und gesundheitsgefährdende Stoffe wie z.B. das Gossypol, zu entfernen, wird das Öl raffiniert. Es wird entschleimt, entsäuert, gebleicht und entfärbt. So entsteht ein strohgelbes, raffiniertes Baumwollsaatöl mit nussigem Geschmack und leicht erdigem Duft.

Baumwolle ist eine Naturfaser, die bereits vor tausenden von Jahren zu Textilien verarbeitet wurde. Seit dem 20.Jahrhundert wird sie allerdings immer mehr vom Markt verdrängt und durch Kunstfasern ersetzt. Die wichtigsten Herkunftsländer sind USA, Brasilien, China, Indien, Sudan und Pakistan. In Europa wird Baumwolle in Griechenland, Spanien und Bulgarien angebaut.

Lagerung und Haltbarkeit

Licht, Luftsauerstoff und Feuchtigkeit können den Duft und den Geschmack des Baumwollsaatöls verändern. Das Öl verdirbt und wird ranzig. Deshalb sollte das Öl nach dem Gebrauch immer wieder fest verschlossen werden. Wird das Öl dunkel und kühl gelagert, hält es bis zu zwölf Monaten.

Verwendung und Küche

Baumwollsaatöl ist ein pflanzliches Speiseöl, das in der Küche als Back-, Brat- und Frittierfett verwendet werden kann. Da bei der Baumwollproduktion jedoch viele Pestizide eingesetzt werden, die auch durch Raffination nicht vollständig entfernt werden können und das Öl größtenteils aus gentechnisch veränderten (gv) Rohstoffen stammt, konnte sich Baumwollsaatöl als Speiseöl nicht durchsetzen. Es wird hauptsächlich bei der Margarineherstellung und der Seifenproduktion eingesetzt. Auch wird es als Treibstoff, Brennöl und häufig zur Verfälschung des Olivenöls genutzt.

Inhaltsstoffe und Gesundheit

Die Inhaltstoffe des Baumwollsaatöls setzen sich aus ca. 26% gesättigten Fettsäuren, ca. 18% einfach und ca. 50% mehrfach ungesättigten Fettsäuren zusammen. Weitere Stoffe sind Vitamin E, Spurenelemente (Eisen, Mangan) und Mineralstoffe (z.B. Magnesium, Natrium, Kalium, Chlor, Kalzium).

100g Baumwollsaatöl enthalten ca. 3712 kJ (887 kcal).

Die günstige Zusammensetzung der Fette hilft, den Cholesterinspiegel zu senken und beugt Herz- Kreislauferkrankungen sowie Arteriosklerose vor. Der hohe Vitamin E- Gehalt wirkt sich positiv auf die Hautfeuchtigkeitsregulation aus und dient als Schutz vor einer vorzeitigen Hautalterung.