Leinöl

Leinöl wird aus den reifen Samen der Leinpflanze (Linum usitatissimum), auch Flachs genannt, gewonnen und ist ein vielseitig verwendbares Pflanzenöl. Es wird für die Herstellung von Lacken, Ölfarben, Linoleum und sogar Seife verwendet. Hölzer können mit ihm gepflegt und imprägniert werden. Aufgrund seines hohen Gehaltes an ungesättigten Fettsäuren und wegen seiner Bekömmlichkeit gehört Leinöl zu den wertvollsten, pflanzlichen Speiseölen und sollte deshalb in keiner Küche fehlen.

Gewinnung und Herkunft

Leinöl wird durch Kaltpressung, Heißpressung oder Extraktion gewonnen. Das qualitativ hochwertigste Leinöl wird kaltgepresst. Dabei werden nur die besten Inhaltsstoffe schonend gelöst. Das Öl der vorbereiteten Leinsamen wird unter geringem Druck und minimaler Erwärmung (unter 40° C), in einer Schneckenpresse vorsichtig herausgepresst. Das Ergebnis ist ein Leinöl mit charakteristischer Farbe, typischem Geruch und kräftigem Geschmack. Die hochwertigen Inhaltsstoffe bleiben erhalten.

Bei der Heißpressung wird dem gemahlen Leinsamen heißes Wasser zugefügt. Die Masse wird geröstet und raffiniert. Dabei gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Raffiniertes Leinöl ist hell und besitzt ein flaches, kaum ausgeprägtes Aroma. Wird Leinöl durch Extraktion gewonnen, werden chemische Lösungsmittel eingesetzt, die im weiteren Verarbeitungsverlauf wieder entfernt werden müssen. Dazu sind sehr hohe Temperaturen erforderlich, die den Großteil der hochwertigen Substanzen zerstören. Durch anschließendes Raffinieren wird das Öl gereinigt und gefiltert.

Vermutlich stammt der einjährige Lein von der zweijährigen Wildart (Linum bienne) ab. Das Ursprungsland der Leinpflanze ist jedoch nicht bekannt. Allerdings war diese bedeutende Kulturpflanze bereits im alten Ägypten sehr geschätzt. Heute wird Lein weltweit angebaut. So gedeiht er nicht nur in Nordamerika, China, Indien und Argentinien, sondern auch in Frankreich, Belgien, Irland und Deutschland.

Lagerung und Haltbarkeit

Damit sich Leinöl möglichst lange hält, sollte es dunkel und kühl aufbewahrt werden. Am besten ist, es in der dunkel gefärbten Originalflasche zu lassen und diese im Kühlschrank zu lagern. Ist die Flasche geöffnet, hält sich das Öl zwischen zwei und drei Wochen. Ein zügiger Verbrauch ist zu empfehlen, da Leinöl bei Wärme-, Licht- und Sauerstoffeinwirkung in sehr kurzer Zeit bitter und ranzig wird. Leinöl besitzt einen niedrigen Schmelzpunkt, der bei -16°C bis -20°C liegt. Deshalb kann es sehr gut im Tiefkühlfach aufbewahrt werden ohne dass es sich verfestigt. Die Lagerzeit erhöht sich dann auf mehrere Wochen.

Verwendung von Leinöl in der Küche

Leinöl sollte in der Küche nicht erhitzt werden. Geruch und Geschmack können sich beim Braten oder Schmoren negativ verändern und das Öl schlecht verträglich werden lassen. Allerdings lassen sich sehr viele Speisen nach dem Garen mit einem Schuss Leinöl delikat verfeinern und aufwerten.

Das nussige Aroma des hochwertigen Leinöls passt sehr gut zu frischen Salaten, Marinaden und Dressings, Kartoffel- und Linsengerichten, Quark, Joghurt und Schafskäse. In Verbindung mit Quark ist die Aufnahme von Leinöl besonders gut, da die schwefelhaltigen Aminosäuren des Eiweiß für eine bessere Löslichkeit der Fettsäuren sorgen. Diese können dadurch optimaler vom Körper resorbiert werden.

Inhaltsstoffe und Gesundheit

Das gesunde Leinöl enthält ca. 10% gesättigte Fettsäuren, 18% einfach ungesättigte Fettsäuren und etwa 72% mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Davon ca. 13% Linolsäure und 58% Linolensäure. Auch Vitamin A und E sowie Lecithin und Lignane (Phytoöstrogene mit antioxidativer Wirkung) sind im Leinöl enthalten. Bereits 40g bis 50g Leinöl täglich decken den Tagesbedarf an ungesättigten Fettsäuren und wirken sich gesundheitsfördernd aus.

So verringert Leinöl das Risiko eines Herzinfarktes. Es senkt den Cholesterinspiegel und gleichzeitig den Blutdruck. Leinöl stärkt das Immunsystem, hält die Zellwände elastisch und hemmt das Wachstum von Tumorzellen. Herz- Kreislaufbeschwerden wird vorgebeugt und entzündlichen Erkrankungen z.B. Rheuma, entgegengewirkt.


Quellen und Weiterführendes

  • www.seilnacht.com: Leinöl - Herstellung und Verwendung als Bindemittel, Speiseöl - Zur Quelle.
  • www.leinoel.com: Leinöl Bestellung  Herkunft - Zur Quelle.
  • www.wellnessverband.de: Öl - Eiweiß - Kost als eine wahre Anti-Aging Indikation - Zur Quelle.
  • www.heess.de: Gustav Heess / Leinöl - Zur Quelle.
  • online-media.uni-marburg.de: Linum usitatissimum - Zur Quelle.