Mandelöl

Mandelöl wird aus den Kernen der Süßmandel (Prunus dulcis var. dulcis) und auch aus denen der Bittermandel (prunus dulcis var. amara) gewonnen. Da Bittermandelöl das Glycosid Amygdalin enthält, aus dem, durch eine enzymische Spaltung, giftige Blausäure entsteht, ist es nicht zum Verzehr geeignet. Nach der Entfernung der Blausäure findet es Anwendung bei der Produktion von Kosmetika, Parfüm, bei der Seifenherstellung und auch als Lebensmittelzusatz. Das Süßmandelöl ist ein hochwertiges Speiseöl, das in der feinen Küche verwendet wird. Es ist ein wirksames Schönheits- und Hautpflegemittel und wird im medizinischen Bereich eingesetzt.

Gewinnung und Herkunft

Mandelöl wird aus den Kernen der Süßmandel (Prunus dulcis) durch eine schonende Kaltpressung oder durch Extraktion und Raffination gewonnen. Bei kaltgepresstem Mandelöl werden die Mandeln zunächst gereinigt, grob zu Pulver zerkleinert und ohne Wärmezufuhr vorsichtig gepresst und filtriert. Das kaltgepresste Öl ist klar, besitzt eine dunkelgelbe Farbe und einen milden, nussigen Geschmack. Die wichtigen Inhaltsstoffe bleiben bei der Kaltpressung erhalten. Raffiniertes und extrahiertes Mandelöl ist geruchs- und geschmacksneutral und seine Farbe ist hellgelb. Viele der hochwertigen Stoffe gehen bei diesen Verfahren verloren.

Da auf Mandelbäumen gleichzeitig süße und bittere Mandeln wachsen können, gelangen immer wieder Bitterstoffe in das Süßmandelöl. Der Anteil an Bittermandeln darf allerdings nicht mehr als fünf Prozent betragen. Nur Mandelöl, das ausschließlich aus kalifornischen Kernen gepresst wird, ist absolut bittermandelfrei.

Mandelbäume sind alte Kulturpflanzen, die bereits vor ca. 4000 Jahren in Vorder- und Zentralasien angebaut wurden. Heute werden sie vorwiegend in Spanien, Italien, Griechenland, im Iran und auch in Pakistan gepflanzt. Der wichtigste Produzent ist jedoch der Staat Kalifornien, da hier die besten Wachstumsbedingungen gegeben sind. In Deutschland bieten nur die Weinanbaugebiete gute Voraussetzungen für den Mandelanbau.

Lagerung und Haltbarkeit

Da Mandelöl licht-, hitze- und sauerstoffempfindlich ist, sollte es dunkel und kühl aufbewahrt werden. Bereits geöffnete Flaschen gehören fest verschlossen in den Kühlschrank. Ein zügiger Verzehr ist zu empfehlen. Bei optimaler Lagerung ist Mandelöl in Originalbehältern bis zu zehn Monaten haltbar.

Mandelöl in der Küche

In der Küche kommt nur das Süßmandelöl als Speiseöl zum Einsatz. Damit alle Inhaltsstoffe erhalten bleiben, sollte das feine Mandelöl nicht erhitzt werden. Ideal ist es für die „kalte Küche“. Mit Mandelöl lassen sich alle Salate und Rohkostgerichte würzen und verfeinern. Dressings und Marinaden erhalten ein aromatisches und nussiges Aroma. Das Öl passt zu vielen Gemüsesorten und auch zum vollwertigen Frühstücksmüsli. Mandelöl ist ein wichtiger Geschmacksträger bei div. Süßigkeiten und ein unverzichtbarer Bestandteil des köstlichen Marzipans.

Inhaltsstoffe und Gesundheit

Mandelöl setzt sich aus ca. 80% Ölsäure, 15% Linolsäure und etwa 5% Palmitinsäure zusammen. Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind Vitamin A, B1, B2, B6, E und Protein.

Die günstige Zusammensetzung von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren hilft, den Cholesterinspiegel zu senken und den Herz- Kreislauf zu stärken. Das kostbare Mandelöl regt die Verdauung an und aktiviert das Immunsystem. Es ist ein wichtiges Mittel bei der Hautpflege und wird auch von empfindlicher Babyhaut vertragen. Das Öl glättet raue Hautpartien und lindert unangenehmen Juckreiz. In der Medizin hat sich Mandelöl in der Aromatherapie und als Massageöl bewährt.


Quellen und Weiterführendes

  • www.olionatura.de: Mandelöl (INCI: Prunus Amygdalus Dulcis (Sweet Almond) Oil) - Zur Quelle.
  • Katzer, Gernot: Gewürzseiten: Mandel (Süßmandel, Bittermandel, Prunus dulcis) - Zur Quelle.