Mohnöl

Der Mohn gehört zu der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) und ist weltweit mit ca.120 Arten vertreten. Zu den wichtigsten Sorten zählt der Schlafmohn (Papaver somniferum L), aus dessen Mohnsaat das hochwertige Mohnöl gepresst wird. Da die unreifen Samen der Pflanze einen Milchsaft enthalten, der giftig ist und aus dem Morphium gewonnen werden kann, werden für die Gewinnung des feinen Mohnöls nur voll ausgereifte Mohnsamen verwendet. Sie sind völlig ungiftig und unbedenklich.

In vielen Staaten ist das Anbauen von Mohn gesetzlich verboten. In Deutschland ist für den Mohnanbau eine Genehmigung erforderlich.

Gewinnung und Herkunft

Mohnöl ist ein pflanzliches Speiseöl, das überwiegend durch Kaltpressung, gewonnen wird. Nachdem die Mohnsamen sorgfältig gereinigt wurden, werden sie in einer Ölmühle bei maximal 40°C schonend kalt gepresst und anschließend nur noch filtriert. Bei diesem Verfahren bleiben die hochwertigen Inhaltsstoffe erhalten. Das Endprodukt ist ein naturbelassenes, natives Mohnöl.

Mohn ist eine der ältesten Kulturpflanzen und wurde bereits in der Jungsteinzeit (vor ca. 6000 Jahren) in den östlichen Mittelmeerländern angebaut. Auch die „alten“ Griechen kultivierten die Mohnpflanze und nutzen sie als medizinische Pflanze. Bei den Römern war sie wegen ihrer berauschenden Wirkung sehr begehrt. Die heutigen Hauptanbauländer sind China, Indien und die Türkei. Während der Mohnanbau in Deutschland unbedeutend ist, kann Österreich auf eine lange Tradition des Schlafmohnanbaus zurückblicken. Hauptanbaugebiet Österreichs ist das „Waldviertel“, der nordwestliche Teil des österreichischen Bundeslandes „Niederösterreich“.

Lagerung und Haltbarkeit

Da Luft, Hitze und Licht dem hochwertigen Mohnöl schaden, sollte es kühl und dunkel aufbewahrt werden. Bereits geöffnete Flaschen werden nach dem Gebrauch wieder fest verschlossen und in den Kühlschrank gestellt. Mohnöl in original verschlossenem Behälter hat eine Haltbarkeit, die zwischen neun und zwölf Monaten liegt.

Verwendung von Mohnöl in der Küche

Mohnöl schmeckt, je nach Sorte fruchtig, nussig, mild oder kräftig. Sein intensiver Eigengeschmack gibt vielen Speisen eine ganz besonders delikate Note. Das Öl sollte allerdings nur für die kalte Küche verwendet werden. Es passt sehr gut zu frischen Salaten und Rohkostgerichten. Nachspeisen, Müsli und Suppen können mit ihm verfeinert und angereichert werden. Das Speiseöl harmoniert optimal mit Spargel, Karotten, Tomaten und Kartoffeln. Es passt auch perfekt zu Nudelgerichten. Mit 100g Mohnöl werden dem Körper ca. 3.700 kJ (900 kcal) zugeführt.

Inhaltsstoffe und Gesundheit

Mohnöl enthält ca. 10% gesättigte Fettsäuren, 28% einfach ungesättigte Fettsäuren (Ölsäure) und 62 % mehrfach ungesättigte Fettsäure ( Linolsäure). Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind Vitamin A, B, E, C und Mineralstoffe.

Die ungesättigten Fettsäuren des leicht verdaulichen Speiseöls wirken entzündungshemmend und regulieren den Blutdruck. Sie senken das Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken und beugen koronaren Herzerkrankungen vor.


Quellen und Weiterführendes

  • Stappel, Matthias: Holzöl, Mohnöl, Teaköl, Hanföl - Zur Quelle.
  • Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft: Pflanzenschutz bei Nachwachsenden Rohstoffen - Zur Quelle.