Palmkernöl

Die Ölpalme (Elaeis guineensis) gehört zu der botanischen Familie der Palmengewächse (Arecaceae). Sie hat in den letzten Jahren an großer wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen. Das Öl ihres Fruchtfleisches und ihrer Kerne dient als Hauptrohstoff für die Margarine- und Lebensmittelherstellung sowie für die Wasch- und Kosmetikindustrie. Das Palmkernöl ist Bestandteil von Schmierstoffen, Farben und Lacken und wird zur Gewinnung von Biodiesel verwendet.

Gewinnung und Herkunft

Das Palmkernöl PKO (Palm Kernel Oil) ist ein Nebenprodukt bei der Palmölgewinnung. Es wird aus den Kernen der Ölpalme gepresst und gehört zu den festen Pflanzenfetten. Die Kerne besitzen einen Fettgehalt von ca. 40 bis 52 Prozent. Nachdem sie getrocknet sind, werden sie gemahlen und gepresst. Die Farbe des rohen Palmkernöls ist gelblich- braun. Nach der Raffination ändert sich der Farbton und wird fast weiß. Die fetthaltigen Kerne können durchaus eine längere Zeit gelagert werden. Deshalb werden sie häufig weltweit in die Verbraucherländer exportiert und dort in speziellen Ölmühlen hydraulisch gepresst, extrahiert und raffiniert. Der Schmelzpunkt des Palmkernöls liegt bei ca. 23 bis 30° C, so dass das Öl bei Raumtemperatur fest wird.

Die Ölpalme stammt ursprünglich aus Afrika. Heutige Hauptanbauländer sind Malaysia, Indonesien und Südamerika. Palmkernöl gehört zu den nachwachsenden Rohstoffen, so dass ein gezielter Anbau von Ölpalmen durchaus sinnvoll und nutzbringend sein könnte. Eine Grundvoraussetzung ist jedoch, die Aspekte des Natur- und Klimaschutzes zu berücksichtigen und soziale ökonomische Forderungen zu erfüllen. Das geschieht noch nicht. Leider lässt die hohe Nachfrage nach Palmöl und Palmkernöl den Plantagenanbau ständig wachsen, so dass die extreme Abholzung von Regenwaldflächen ständig fortschreitet. Weltweite klimatische Veränderungen sind die Folge.

Lagerung und Haltbarkeit

Produkte aus Palmkernöl, z.B. Margarine, Bratfette und häufig auch kosmetische Cremes und Lotionen, sollten kühl, dunkel, trocken und luftgeschützt gelagert werden. Margarine hält sich gekühlt bis zu drei Monaten.

Palmkernöl in der Küche

Als Speiseöl findet Palmkernöl in der Küche kaum Verwendung, obwohl es sehr hitzebeständig ist und in Farbe und Geschmack große Ähnlichkeit mit Kokosfett besitzt. Vielmehr wird es in der Lebensmittelindustrie für Kakaoglasuren, spezielle Süßwaren wie Eiskonfekt und Pralinen, Schokoladenfüllungen und Speiseeis verwendet. Auch wird es immer wieder in vegetarischen Brotaufstrichen verarbeitet.

Inhaltsstoffe und Gesundheit

Palmkernöl enthält über 80% gesättigte Fettsäuren, die sich aus 48,5% Laurinsäure, 8,4% Palmitinsäure, 2,5% Stearinsäure, 3,4% Caprinsäure und 3,3% Caprylsäure zusammensetzen. Weiter sind 16,2% einfach ungesättigte Myristinsäure und 15,3% einfach ungesättigte Ölsäure in diesem Öl enthalten. Die mehrfach ungesättigte Linolsäure ist nur mit ca. 2,3% vertreten. Palmkernöl enthält u.a. wichtiges Vitamin E.

Gesättigte Fettsäuren liefern dem Organismus zwar viel Energie, sind aber nicht lebensnotwendig. Sie erhöhen das Risiko eines Herzinfarktes und lassen den Cholesterinspiegel ansteigen. Speiseöle mit hohem Anteil an gesättigten Fettsäuren sollten mit Ölen, die überwiegend ungesättigte Fettsäuren besitzen kombiniert oder eventuell sogar gegen sie ausgetauscht werden. Bei der Fetthärtung z.B. bei Margarine oder Bratfett, entstehen Transfettsäuren, die im Verdacht stehen, gesundheitsschädlich zu sein.


Quellen und Weiterführendes

  • www.safari-afrika.de: Ölpalme - Zur Quelle.
  • Fakten zur Verwendung von Palm(kern)ölen in Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln in Deutschland: Zur Quelle.
  • Die Ölpalme – Öl und Bier: Zur Quelle.