Sesamöl

Der Sesam (Sesamum indicum L.) gehört zu der Familie der Sesamgewächse (Pedaliaceae) und ist eine Pflanze, die vielseitig eingesetzt wird. So werden die Wurzeln, die Samen und das daraus gewonnen Sesamöl therapeutisch genutzt und für medizinische Behandlungen verwendet. Die kleinen, knackigen Sesamkerne sind ein fester Bestandteil bei der Zubereitung von Backwaren und dienen der Verfeinerung verschiedener Speisen. Das hochwertige Sesamöl ist nicht nur ein hervorragendes Speiseöl, sondern auch ein Hautpflegeöl, das für die Babypflege geeignet ist.

Gewinnung und Herkunft

Das aromatische Sesamöl wird aus den reifen Samen des Sesams durch Kaltpressung oder durch Heißpressung, Extraktion, Raffination und Filtration gewonnen. Unterschieden wird zwischen hellem und dunklem Sesamöl. Während das helle Öl aus den naturbelassenen Sesamsamen gewonnen wird, werden die Samen beim dunklen Sesamöl vor dem Pressen für kurze Zeit geröstet. Dadurch erhält das Öl seine kräftige Farbe und den würzigen Geschmack. Beide Öle sind überwiegend als raffinierte Öle im Handel erhältlich. Sesamöl, das durch schonende Kaltpressung gewonnen wird, stammt meistens aus kontrolliert biologischem Anbau. Mit einem Fettanteil, der zwischen 50 und 60% liegt, gehört Sesam zu den fettreichsten Ölpflanzen.

Der Sesam ist eine der ältesten Kulturpflanzen und war bereits im Altertum als Ölpflanze sehr geschätzt. Seine ursprüngliche Heimat ist der Osten Afrikas. Von dort gelangte er nach Indien, China und auch nach Süd- und Mittelamerika. Heutige Hauptanbauländer sind Indien, China, Mexiko und der Sudan.

Lagerung und Haltbarkeit

Seasamöl ist, im Vergleich zu anderen Pflanzenölen, recht lange haltbar. Ungeöffnet ist es auch nach etwa 12 Monaten noch frisch. Der Inhalt einer angebrochenen Flasche sollte nach ca. drei Monaten verbraucht sein. Der Grund für die gute Haltbarkeit liegt in den beiden Antioxidanzien Sesamol und Sesamolin. Beide sind natürliche Nebenprodukte aus der Sesamsaat. Sie unterbinden das schnelle Ranzigwerden des empfindlichen Öls und verlängern so seine Haltbarkeit.

Verwendung in der Küche

Sesamöl ist ein wichtiges Speiseöl und Würzmittel für die Zubereitung asiatischer und orientalischer Gerichte, passt aber auch zu vielen Speisen der heimischen Küche. Während das naturbelassene, neutrale Sesamöl zum Kochen und Braten verwendet wird, kommt das kräftige, dunkelfarbige Öl eher in der kalten Küche zum Einsatz. Es gibt Salaten, Rohkostgerichten, Desserts, Marinaden und Dressings eine leicht exotische Geschmacksrichtung. Da dieses Öl sehr intensiv ist, sollte es sparsam eingesetzt werden. Gegarte Gemüsesorten, Suppen, Reisspeisen und vor allem Gerichte aus dem Wok können mit dunklem Sesamöl nachträglich delikat verfeinert werden.

Inhaltsstoffe und Gesundheit

Sesamöl setzt sich aus 42% einfach ungesättigter Ölsäure, 13% gesättigter Fettsäure (Palmitin- und Stearinsäure) und ca. 44% mehrfach ungesättigter Linolsäure zusammen. Sesamöl ist u.a. reich an Mineralstoffen, Spurenelementen, Lecithin und Cholin (fettähnliche Substanz).

Die gute Fettzusammensetzung des Sesamöls wirkt sich positiv auf die Blutgerinnung aus und stärkt die Herztätigkeit. Sie hilft, der Osteoporose vorzubeugen, festigt Knochen und Zähne und senkt den Cholesterinspiegel. Die hochwertigen Inhaltsstoffe fördern das Wachstum der Zellen und mindern das Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken.

Sesamöl wird erfolgreich in Kosmetika verarbeitet. Es hilft gegen trockene und schuppige Haut und ist daher sehr gut als Körper- und Massageöl zu verwenden.