Sojaöl

Sojaöl ist ein vielseitig verwendbares, raffiniertes Pflanzenöl, das schon lange ein wichtiger Bestandteil bei der Nahrungszubereitung ist. Doch es bewährte sich nicht nur in der Küche. Auch als Heilmittel in der Naturheilkunde, als medizinisches Präparat in der Dermatologie und als Inhaltsstoff vieler kosmetischer Produkte ist das hellgelbe Öl anerkannt und sehr geschätzt. In den letzten Jahren gewann es in den USA bei der Herstellung von Biodiesel immer größere Bedeutung. Da Sojaöl schnell trocknet wird es auch bei der Herstellung von Anstrichfarben und Spachtelmassen eingesetzt.

Gewinnung und Herkunft

Sojaöl ist ein Pflanzenöl, das aus den Samen der Sojabohne gewonnen wird. Es ist eigentlich ein Nebenprodukt bei der Soja-Verarbeitung, denn aus dem überwiegenden Teil der Sojabohnen wird in Ölmühlen Tierfutter hergestellt. Wegen seiner Bitterstoffe und einiger gesundheitsschädigenden Substanzen, ist Sojaöl als rohes, unbehandeltes Öl für die Nahrungszubereitung nicht geeignet.

Das Öl ist nur als chemisch extrahiertes und raffiniertes Pflanzenöl erhältlich. Bei der Extraktion werden Lösungsmittel eingesetzt, die durch Raffination wieder entfernt werden müssen. Dabei wird das Öl bis auf 120°C erhitzt und verliert einen Großteil seiner hochwertigen Inhaltsstoffe. Das Öl besitzt eine hellgelbe Farbe und ist sehr mild im Geschmack.

Wahrscheinlich stammt die Kultur- Sojabohne (Glycine max.(L)) von der Wildart (Glycine soja) ab. Von ihr wird vermutet, dass sie ursprünglich im nordöstlichen Asien beheimatet war. Von China aus gelangte die Sojabohne nach Nord- und Südamerika. Die wichtigsten Produktionsländer weltweit sind heute, neben den USA, Argentinien, Brasilien und China. Mit einem Anteil von 32% ist Sojaöl weltweit das am meisten produzierte Pflanzenöl. Der Sojaanbau in Europa ist relativ bedeutungslos. Hauptanbauländer sind hier Italien, Frankreich Rumänien und Österreich.

Lagerung und Haltbarkeit

Bei einer kühlen und dunklen Lagerung hält sich original abgepacktes Sojaöl durchaus bis zu zwölf Monaten. Ist die Flasche bereits angebrochen, bleibt das Öl noch etwa drei Monate frisch. Ein zügiger Verbrauch ist empfehlenswert.

Verwendung in der Küche

Sojaöl besitzt einen Rauchpunkt, der bei ca. 213°C liegt und ist deshalb hoch erhitzbar und zum Braten, Frittieren, Backen und Kochen geeignet. Mit seinem neutralen Geschmack passt es aber auch zu Rohkostgerichten, Salaten und vor allem zu Gerichten der asiatischen Küche. Mit dem Öl können Marinaden, Saucen und Dips zubereitet werden. Sojaöl ist außerdem ein Bestandteil vieler Fertiggerichte. Es ist in Süß- und Backwaren zu finden, wird in Speiseeis, Mayonnaisen und Salatdressings verarbeitet und ist in Kartoffelprodukten (z.B. Chips) enthalten.

Inhaltsstoffe und Gesundheit

Sojaöl setzt sich aus ca. 15% gesättigte Fettsäuren, ca. 22% einfach ungesättigte Fettsäuren (Ölsäure), ca. 57% zweifach ungesättigte Fettsäuren (Linolsäure) und etwa 8% dreifach ungesättigte Linolensäure zusammen. Weitere Inhaltsstoffe sind Vitamin E und K, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Phytosterine. Der Gehalt an Lecithin liegt zwischen 1,5 und 3,5 Prozent.

Die ausgezeichnete Fettsäurezusammensetzung des Sojaöls reguliert den Fettstoffwechsel und den Cholesterinspiegel. Sie beugt Herz- Kreislauf- und Gefäßerkrankungen vor und stärkt das Immunsystem. Die Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend und schützen die Darmschleimhaut.

In der Kosmetik hat sich Sojaöl als Hautpflegemittel bewährt. Es dringt tief in Hautschichten ein und beruhigt strapazierte Haut. Das Öl schützt die Haut vor Entzündungen, lässt sie weich und geschmeidig werden und unterstützt die Zellerneuerung. Sojaöl ist auch ein wichtiger Bestandteil in der Naturkosmetik.