Sonnenblumenöl

Helianthus annuus ist der botanische Name der Sonnenblume, die zu der Familie der Korbblütler gehört und aus der das Sonnenblumenöl gewonnen wird. Die Sonnenblume ist eine vielseitig zu verwendende Pflanze. Mit ihren wunderschönen Blütenköpfen erfreut sie jeden Betrachter. Aus ihren Blütenblättern lässt sich ein Tee bereiten, der gegen Blasenbeschwerden und Erkältungen hilft. Ihre knackigen Kerne sind nicht nur eine gesunde und köstliche Knabberei, sondern sie liefern kostbare Öle, aus denen vorzügliche Speisefette hergestellt werden, die in unserer Küche zu einem unverzichtbaren Lebensmittel geworden sind.

Gewinnung und Herkunft

Bevor das Öl aus den Sonnenblumenkernen gepresst wird, werden diese gereinigt, getrocknet und, je nach Ölsorte, geschält. Werden ungeschälte oder teilweise geschälte Kerne weiter verarbeitet, erhält das Öl eine dunkelgelbe Farbe und einen recht würzigen Geschmack. Native, kaltgepresste Sonnenblumenöle, die nicht über 30°C erhitzt werden dürfen, entstehen in Schneckenpressen kleiner Ölmühlen. Durch die schonende Behandlung bleiben die wichtigen Vitamine und Fettsäuren erhalten. Kaltgepresstes Sonnenblumenöl sollte für kalte Speisen verwendet werden. Bei der Gewinnung kaltgepresster Öle ist die Ölausbeute ca. 10 % geringer als bei raffiniertem Öl. Der ölhaltige Rest wird als hochwertiges Tierfutter weiter verwendet.

Bei raffiniertem Sonnenblumenöl wird durch Extrahieren ein Temperaturanstieg bis zu 220°C erreicht. Dadurch erhält das Öl zwar eine schöne, hellgelbe Farbe und ein mildes, neutrales Aroma, verliert jedoch einen Großteil seiner wertvollen Inhaltsstoffe. Raffiniertes Sonnenblumenöl kann recht hoch erhitzt werden, da der Rauchpunkt bei ca. 220°C liegt.

Sonnenblumen waren schon vor etwa drei bis vier Jahrtausenden als ölhaltige Nutzpflanze bekannt. Sie gelangten allerdings erst im 17.Jahrhundert nach Europa und wurden zunächst in Russland kultiviert. Die heutigen Hauptanbaugebiete sind die Länder der EU (europäische Gemeinschaft), Russland und Argentinien.

Lagerung und Haltbarkeit

Sonnenblumenöl ist, wie die meisten Öle, sehr lichtempfindlich. Deshalb sollte es stets kühl und dunkel gelagert werden. Bis zu einem Jahr ist das Öl in original verschlossenen Flaschen haltbar. Beim Einkauf ist unbedingt das Mindesthaltbarkeitsdatum zu beachten. Ist der Behälter bereits geöffnet, empfiehlt sich eine Lagerung im Kühlschrank. Hier können sich eventuell feste, weißliche Bestandteile in der Flasche bilden. Das Öl „flockt aus“. Diese festen Partikel lösen sich jedoch bei Zimmertemperatur wieder auf und stellen keinen Qualitätsverlust dar.

Verwendung in der Küche

Das raffinierte Sonnenblumenöl kann in der Küche zum Braten, Dünsten und Kochen verwendet werden. Auch zum Backen z.B. bei einem Quark- Ölteig, lässt sich Sonnenblumenöl sehr gut einsetzen. Mit dem gehaltvollen, kaltgepressten Öl lassen sich wunderbar Salatsaucen, div. Dressings und Dips zubereiten. Das Öl verleiht Rohkostgerichten und Gemüse ein feines, nussiges Aroma. „High Oleic“ (HO- Sonnenblumen) ist eine interessante Neuzüchtung mit einem extrem hohen Ölsäuregehalt und einem stark reduzierten Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Das daraus gewonnene Sonnenblumenöl zeichnet sich durch eine sehr gute Hitzebeständigkeit aus.

Inhaltsstoffe und Gesundheit

Sonnenblumenöl ist ein sehr gesundes Speiseöl, das sich aus ca. 30% einfach ungesättigten Fettsäuren, ca. 65% mehrfach ungesättigte nFettsäuren und nur etwa 10% gesättigten Fettsäuren zusammensetzt. Ungesättigte Fettsäuren können vom Organismus nicht selbst hergestellt werden und müssen ihm daher von außen zugeführt werden. Weiter enthält das Öl die Vitamine A, B, D, E und K, sowie Mineralstoffe, Spurenelemente, Lecithin und Carotinoide (natürliche Farbstoffe).

Ein regelmäßiger Verzehr von Sonnenblumenöl wirkt sich cholesterinsenkend aus, hemmt die Entstehung von Arteriosklerose und beugt Herz- und Kreislauferkrankungen vor. Das Öl kann auch bei Darmträgheit eingenommen werden. Wirkungsvoll ist eine äußerliche Anwendung z.B. bei trockener, spröder Haut und schlecht heilenden Wunden. Auch bei schmerzenden Gelenken, Nackenverspannungen oder bei einem Muskelkater regen Einreibungen mit Sonnenblumenöl die Durchblutung an und wirken schmerzlindernd.


Quellen und Weiterführendes

  • web.utanet.at: Sonnenblumenpark Tulbing - Zur Quelle.
  • kassl.co.at: Alles übers Sonnenblumenöl - Zur Quelle.
  • www.pflanzenoel.ch: Das Sonnenblumenöl - Zur Quelle.
  • www.bioplanete.com: Sonnenblumenöl - Bio Planète - Hochwertige Bio-Öle - Zur Quelle.